Hepatitis-Impfungen: Empfehlung, Wirksamkeit, Kostenübernahme
Hepatitis ist eine Entzündung der Leber, die unter anderem durch verschiedene Hepatitis-Viren verursacht werden kann. Gegen Hepatitis A und Hepatitis B stehen wirksame Impfungen zur Verfügung. Beide Erkrankungen unterscheiden sich deutlich bei Übertragung, Verlauf und auch Impfempfehlungen. Die hkk Krankenkasse informiert über Wirksamkeit, Empfehlungen und Kostenübernahme.
Was ist Hepatitis A?
Hepatitis A wird durch das Hepatitis-A-Virus (HAV) verursacht und vor allem fäkal-oral, beispielsweise durch verunreinigtes Wasser oder Schmierinfektion, übertragen. Auch bei bestimmten Sexualkontakten ist eine Übertragung möglich. Das RKI weist außerdem darauf hin, dass Menschen aus Ländern mit hohen Hygienestandards bei Reisen in Regionen mit stärkerer Hepatitis-A-Verbreitung besonders gefährdet sein können.
Eine Infektion kann ohne erkennbare Beschwerden verlaufen oder Symptome wie Müdigkeit, Übelkeit, Oberbauchbeschwerden und Gelbsucht verursachen. Bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung häufig ausgeprägter als bei kleinen Kindern. Schwere Verläufe sind zwar selten (ca. 0,2 % der Fälle), die Wahrscheinlichkeit steigt aber bei älteren Personengruppen oder bestehender Lebererkrankung. Anders als Hepatitis B wird Hepatitis A nicht chronisch.
Informationen zu Hepatitis B
Hepatitis B wird durch das Hepatitis-B-Virus (HBV) verursacht und vor allem über Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen. Eine Ansteckung ist unter anderem bei Sexualkontakten, durch gemeinsam benutzte Injektionsutensilien, bei Verletzungen mit kontaminierten Instrumenten oder von einer infizierten Mutter auf ihr Kind rund um die Geburt möglich.
Eine akute Hepatitis B kann unbemerkt bleiben oder zunächst unspezifische Beschwerden verursachen. Möglich sind beispielsweise Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit und später eine Gelbfärbung der Haut. Anders als Hepatitis A kann Hepatitis B chronisch werden und dann zu einer Leberzirrhose oder Leberkrebs führen. Besonders hoch ist das Risiko eines chronischen Verlaufs, wenn die Infektion bereits im Säuglingsalter passiert. Bei Erwachsenen entwickeln weniger als 10 % eine chronische Infektion, bei Neugeborenen sind es allerdings bis zu 90 %.
Deutschland gehört nach Angaben des RKI zu den Ländern mit vergleichsweise niedriger Hepatitis-B-Prävalenz. Weltweit ist Hepatitis B jedoch weiterhin eine bedeutende Infektionskrankheit.
Wer sollte sich gegen Hepatitis A impfen lassen?
Die Hepatitis-A-Impfung gehört in Deutschland nicht zu den allgemeinen Standardimpfungen. Die STIKO empfiehlt sie insbesondere für Personen mit einem erhöhten Infektions- oder Komplikationsrisiko. Dazu gehören beispielsweise:
- Menschen mit bestimmten Lebererkrankungen
- Personen, bei denen aufgrund ihrer Lebensumstände oder (berufliche) Tätigkeiten ein erhöhtes Expositionsrisiko besteht.
- Personen mit erhöhtem sexuellem Infektionsrisiko
- Menschen mit beruflichem Expositionsrisiko (bspw. Gesundheitswesen)
- Reisende in bestimmte Länder
Darüber hinaus empfiehlt die STIKO gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG) eine Hepatitis-A-Impfung bei Reisen in Gebiete mit entsprechendem Infektionsrisiko.
Wie wird gegen Hepatitis A geimpft?
Für die Grundimmunisierung mit einem Hepatitis-A-Einzelimpfstoff sind üblicherweise zwei Impfstoffdosen nötig. Der genaue Abstand richtet sich nach dem verwendeten Impfstoff. Bereits nach der ersten Dosis entwickelt sich bei den meisten Geimpften innerhalb weniger Wochen ein Impfschutz; für einen langfristigen Schutz sollte die Impfserie vollständig abgeschlossen werden.
Neben Einzelimpfstoffen stehen auch Kombinationsimpfstoffe gegen Hepatitis A und B zur Verfügung, bei denen in der Regel drei Impfdosen zum Einsatz kommen.
Empfehlungen zur Hepatitis-B-Impfung
Die Hepatitis-B-Impfung gehört zu den von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen für Säuglinge und Kinder. Sie wird im Säuglingsalter normalerweise im Rahmen einer Kombinationsimpfung (u.a. gegen Tetanus) durchgeführt. Nicht oder nicht vollständig geimpfte Kinder und Jugendliche sollen fehlende Impfungen entsprechend den STIKO-Empfehlungen nachholen.
Erwachsenen empfiehlt die STIKO die Hepatitis-B-Impfung insbesondere bei einem erhöhten individuellen Risiko. Dazu zählen beispielsweise:
- Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie HIV-Infektion oder Dialysepflicht
- Enge Kontaktpersonen von Menschen mit Hepatitis B
- Personen mit erhöhtem sexuellem Infektionsrisiko
- Menschen mit beruflichem Expositionsrisiko (bspw. Gesundheitswesen)
- Reisende in bestimmte Länder
Impfschema bei Hepatitis B
Bei Säuglingen wird die Hepatitis-B-Komponente üblicherweise im Rahmen der Sechsfachimpfung verabreicht. Für Säuglinge sieht die STIKO im Normalfall grundsätzlich ein 2+1-Schema mit Impfungen im Alter von 2, 4 und 11 Monaten vor. Für Frühgeborene und in bestimmten besonderen Situationen gelten abweichende Empfehlungen.
Bei Erwachsenen richtet sich das Impfschema nach dem verwendeten Impfstoff. Häufig werden drei Dosen im Abstand von 0, 1 und 6 Monaten verabreicht, es stehen jedoch auch zugelassene Impfstoffe mit anderen Schemata zur Verfügung.
Übernimmt die hkk Krankenkasse die Kosten für eine Hepatitis-Impfung?
Ja, die hkk übernimmt grundsätzlich alle von der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Institutes (STIKO) empfohlenen Schutzimpfungen, die in die Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL) aufgenommen wurden. Das umfasst selbstverständlich auch die Impfung gegen Hepatitis gemäß SI-RL. Dazu gehören die Grundimmunisierung gegen Hepatitis B im Säuglingsalter und die Indikationsimpfung beispielsweise bei bestimmten Vorerkrankungen gegen Hepatitis A und/ oder B. Die Abrechnung erfolgt einfach und unkompliziert über ihre hkk-Gesundheitskarte.
Im Rahmen unserer hkk Extraleistungen ist ebenfalls eine Erstattung gemäß unserer Satzung als Reiseimpfung möglich. Voraussetzung dafür ist, dass die Impfungen als Reiseschutzimpfung von der STIKO empfohlen werden.
Ablauf einer Hepatitis-Impfung
Vor der Impfung prüft die Ärztin oder der Arzt den Impfpass und klärt, welche Impfung und welches Impfschema erforderlich sind. Dabei werden Alter, Vorerkrankungen, frühere Impfungen sowie berufliche oder reisebedingte Risiken berücksichtigt.
Gegen Hepatitis A und Hepatitis B stehen Einzelimpfstoffe zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es Kombinationsimpfstoffe, die gleichzeitig gegen beide Erkrankungen schützen. Die zugelassenen Impfstoffe und Altersbereiche unterscheiden sich je nach Präparat. Das Paul-Ehrlich-Institut führt die in Deutschland zugelassenen bzw. verfügbaren Impfstoffe auf.
Häufige Fragen und Antworten rund um die Hepatitis-Impfung
Beide Impfungen führen bei der großen Mehrheit der Geimpften zu einer Immunantwort. Nach vollständiger Impfserie entwickeln bei Hepatitis A etwa 95 bis 99 Prozent der Geimpften schützende Antikörper, bei Hepatitis B etwa 88 bis 95 Prozent. Deswegen ist eine vollständige Impfserie so wichtig. Wie gut der Schutz im individuellen Fall ausfällt, kann unter anderem vom Alter, von bestimmten Erkrankungen und von der Funktion des Immunsystems abhängen.
Wie bei anderen Impfungen können vorübergehende Reaktionen auftreten, etwa:
- Schmerzen an der Einstichstelle (bei ≥10 % der Impfungen)
- Rötungen, Schwellungen, Allgemeinreaktionen wie Müdigkeit oder Kopfschmerzen (ca. 1-10 %)
- Fieber, Übelkeit, allgemeines Krankheitsgefühl (0,1 – 1 %)
Schwerwiegende oder länger anhaltende Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden.
Nach einer vollständigen Hepatitis-A-Grundimmunisierung sprechen die verfügbaren Daten für einen Schutz über viele Jahre bis Jahrzehnte. Bei immungesunden Personen ist bislang nicht abschließend geklärt, ob nach vollständiger Grundimmunisierung routinemäßige Auffrischimpfungen erforderlich sind.
Auch nach einer erfolgreichen Hepatitis-B-Grundimmunisierung sind bei immungesunden Personen in der Regel keine routinemäßigen Auffrischimpfungen erforderlich. Bei bestimmten Formen der Immunschwäche oder einem besonders hohen fortbestehenden Expositionsrisiko können weitere Impfungen womöglich nötig sein.
In der Regel ist das auch bei einer Hepatitis-Impfung nicht nötig. Nach den STIKO-/DTG-Empfehlungen gilt grundsätzlich: „Jede Impfung zählt“. Wird eine Impfserie unterbrochen, wird sie normalerweise mit der noch fehlenden Dosis fortgesetzt; anschließend gelten die vorgesehenen Abstände des jeweiligen Schemas.
Lassen Sie Ihren Impfpass bei Unsicherheit ärztlich prüfen. So lässt sich feststellen, welche Dosis gegebenenfalls noch fehlt.
Ob eine Hepatitis-Impfung während der Schwangerschaft oder Stillzeit empfohlen ist, hängt unter anderem vom individuellen Infektionsrisiko und von der konkreten Situation (Reisen, berufliche Risiken usw.). In der Regel ist sie zwar möglich, wird meistens aber erst nach der Geburt durchgeführt.
Ja, es gibt Kombinationsimpfstoffe, die gegen Hepatitis A und Hepatitis B gerichtet sind. Das Impfschema unterscheidet sich von dem der jeweiligen Einzelimpfstoffe und hängt unter anderem vom Alter und verwendetem Präparat ab.
Ob ein Kombinationsimpfstoff sinnvoll ist, richtet sich danach, gegen welche der beiden Erkrankungen ein Impfschutz benötigt wird und welche Impfungen bereits erfolgt sind.
- Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut, aktuelle Fassung vom Januar 2026 (PDF-Datei, deutsch)
- Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG): Empfehlungen zu Reiseimpfungen aus dem April 2026 (PDF-Datei, deutsch)
- Das Robert-Koch-Institut informiert über Hepatitis A
- RKI-Ratgeber zu Hepatitis B und D
- Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Schutzimpfung gegen Hepatitis A und Hepatitis B
- Impfempfehlungen zu Hepatitis B von der Nationalen Lenkungsgruppe Impfen
- Paul-Ehrlich-Institut (PEI): Informationen zu Hepatitis-A-Impfstoffen und Hepatitis-B-Impfstoffen, abgerufen im August 2026.