Windpocken-Impfung: Empfehlung, Wirksamkeit, Kostenübernahme

Windpocken sind meist harmlos, können aber ernste Komplikationen verursachen. Das gilt besonders für Säuglinge, Erwachsene, Schwangere und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Wir erklären, für wen die Impfung wichtig ist und wie die hkk die Kosten übernimmt.

Was ist die Windpocken-Impfung?

Die Impfung schützt Sie vor dem Varicella-Zoster-Virus. Dieses Virus löst bei der ersten Infektion Windpocken aus. Es bleibt danach im Körper und kann Jahre später als Gürtelrose zurückkehren (siehe hierzu auch unsere Informationen zur Gürtelrose-Impfung).

Obwohl Windpocken bei Kindern oft mild mit den typisch juckenden Bläschen verlaufen, sind Komplikationen wie Hautinfektionen, Lungen- oder Gehirnentzündungen möglich. Außerdem sind Windpocken sehr ansteckend. Eine Varizellen-Erkrankung während der Schwangerschaft kann auch für das ungeborene Kind gefährlich werden.

Für wen ist die Windpocken-Impfung empfohlen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für:

  • Alle Kinder: als Grundimmunisierung mit zwei Dosen, in der Regel im Alter von 11 und 15 Monaten. Bei der ersten Impfung empfehlen die Expertinnen und Experten der Ständigen Impfkommission (STIKO), die MMR- und die Varizellen-Impfung getrennt voneinander zu geben. Die zweite Impfung kann dann mit einem MMRV-Kombinationsimpfstoff erfolgen. 
  • Bestimmte Erwachsene ohne Schutz: Dazu zählen Frauen mit Kinderwunsch, Menschen vor einer Organtransplantation oder immunsuppressiven Therapie, Personen mit schwerer Neurodermitis sowie Personal im Gesundheitsdienst. Hier erfolgt in der Regel eine zweimalige Impfung mit einem monovalenten Impfstoff.

Schon eine Impfdosis schützt laut Robert Koch-Institut (RKI) 70 bis 90 Prozent der Geimpften vor Windpocken und mehr als 95 Prozent vor einem schweren Verlauf. Zwei Dosen verhindern die Erkrankung bei etwa 95 Prozent der Geimpften. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt die Varizellen-Impfung ebenfalls als wirksam und sicher und bewertet ihren Einsatz in Impfprogrammen positiv. 

Übernimmt die hkk die Kosten für eine Windpockenimpfung?

Ja. Die hkk übernimmt grundsätzlich die Kosten für alle von der STIKO empfohlenen Schutzimpfungen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt rechnet die Impfung einfach über Ihre hkk-Gesundheitskarte ab.

In bestimmten Berufen zahlt der Arbeitgeber die Impfung. Das ist laut Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) der Fall, wenn Sie zum Beispiel:

  • in Kitas oder Vorschulen mit direktem Kontakt zu Kindern arbeiten.
  • in medizinischen Einrichtungen Kontakt zu kranken und krankheitsverdächtigen Kindern haben.
  • in Laboren oder Forschungseinrichtungen mit dem Virus arbeiten.

Wie läuft die Windpocken-Impfung ab?

Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte, aber noch vermehrungsfähige Impfviren, die eine Immunantwort auslösen sollen, ohne jedoch die Erkrankung in ihrer typischen Form zu verursachen.

Vor der Impfung berät Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie und klärt alle Fragen rund um Ihren Impfstatus, mögliche Gegenanzeigen, den allgemeinen Gesundheitszustand und dem passenden Impfzeitpunkt. Die Impfung wird im Impfpass dokumentiert.

Es kommen Lebendimpfstoffe zum Einsatz, die es als Einzel- oder als Kombinationsimpfstoff (MMRV) gibt. Wegen der Lebendviren wird während einer Schwangerschaft nicht geimpft. Nach der Impfung sollte eine Schwangerschaft für einen Monat vermieden werden. Eine versehentliche Impfung während dieser Zeit (oder kurz davor) gilt nach RKI jedoch nicht als Grund für einen Schwangerschaftsabbruch.

Nach der Impfung sind leichte Reaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber oder allgemeines Unwohlsein möglich - diese klingen jedoch meist schnell ab. Bei starken oder ungewöhnlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Arztpraxis.

Häufige Fragen und Antworten zur Windpocken-Impfung