: Fruchtwasseruntersuchung

Die Fruchtwasseruntersuchung ist eine der bedeutendsten Untersuchungsmethoden in der vorgeburtlichen Diagnostik wenn es um den Nachweis eventueller Erkrankungen oder Behinderungen des Babys geht.

Mit der Fruchtwasseruntersuchung können kindliche Zellen und Fruchtwasser aus der Fruchtblase entnommen und später untersucht werden. Die Untersuchung findet üblicherweise in der 14. - 20. Schwangerschaftswoche statt. Hiermit können Erkrankungen oder Fehlbildungen nachgewiesen werden.

Die Amniozentese wird insbesondere Schwangeren angeboten, die älter als 35 Jahre sind oder in deren Familie genetische Veränderungen aufgetreten sind. Sie ist auch dann angezeigt, wenn eine Blutgruppen-Unverträglichkeit zwischen Mutter und Kind besteht oder bei Folgeschwangerschaften, nachdem bereits ein Kind mit einer Erbkrankheit oder schweren Stoffwechselerkrankungen geboren wurde.

Die Untersuchung

Bei dieser Untersuchung handelt es sich um ein "invasives" Verfahren: im Gegensatz zu nicht-invasiven Diagnosemethoden - etwa der Ultraschalluntersuchung - wird ein Eingriff vorgenommen. Der Arzt entnimmt unter Ultraschallkontrolle mit einer dünnen Hohlnadel eine geringe Menge Fruchtwasser durch die Bauchdecke der Mutter.

Die Fruchtwasserentnahme dauert meist 5 bis 15 Minuten. Der Einstich der Nadel in die Bauchdecke ist vergleichbar mit einer gewöhnlichen Spritzeninjektion und fühlt sich in etwa so an wie eine Blutentnahme. Die Fruchtwasserprobe wird anschließend in einem Labor untersucht. Ein erstes Schnelltest-Ergebnis liegt meist schon nach etwa 48 Stunden vor, das endgültige Ergebnis etwa nach 14 Tagen.

Das Verletzungsrisiko für den Embryo ist gering, da die Untersuchung unter permanenter Ultraschallkontrolle durchgeführt wird. Dennoch kommt es nach einer von 200 Amniozentesen zu einer Fehlgeburt, z. B. auf Grund einer Infektion oder eines Blasensprungs mit Fruchtwasserabgang. Deshalb verzichten viele Schwangere über 35 Jahren auf die Amniozentese.

Anders als der Triple-Test und das Ersttrimester-Screening ist die Amniozentese eine recht sichere Untersuchung statt eine Risikoberechnung. Sie liefert jedoch nur eine Diagnose! Sie ist keine Behandlungsmethode! Im Fall eines positiven Nachweises mit dem Verdacht auf ein behindertes oder erkranktes Baby gibt es manchmal keine Behandlungsmöglichkeit während der Schwangerschaft. Die Eltern werden dann oft vor die schwierige Frage gestellt, ob sie das Kind behalten wollen oder einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lasse

Die Kosten

Wenn der Eingriff aus ärztlicher Sicht empfehlenswert ist, werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.