Kindervorsorge - warum sie so wichtig ist

Für unsere Kinder werden in Deutschland regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen angeboten. Diese sind wichtig, damit ein Arzt feststellen kann, ob sich das Kind gesund und altersgerecht entwickelt. Außerdem haben Sie während des Untersuchungstermins Zeit, Fragen zur Entwicklung Ihres Kindes stellen. So können Ärzte auch dabei helfen, Lösungen für mögliche Probleme zu finden. Die Kosten für alle Früherkennungsuntersuchungen trägt Ihre gesetzliche Krankenkasse oder das Sozialamt. In diesem Artikel stellen wir Ihnen Vorsorgeuntersuchungen vor und geben Tipps, wie man den Überblick behält.

Insgesamt zehn Untersuchungen sorgen vom Tag der Geburt bis zum 6. Lebensjahr dafür, dass Ihr Nachwuchs unbeschwert aufwachsen kann. Darüber hinaus gibt es für 7-8 Jährige sowie 9-10-Jährige die Vorsorgeuntersuchungen U10 und U11. Diese Untersuchungen sind Zusatzleistungen der hkk, die unsere Kunden in Anspruch nehmen können.

Nach dem 13. Geburtstag steht ein umfassender Gesundheits-Check - die J1 - an. Abschließend übernimmt die hkk zusätzlich die Kosten für die J2: eine Untersuchung, die im Alter von 16 bis 17 Jahren ansteht und von der hkk als Zusatzleistung über den gesetzlichen Rahmen hinaus angeboten wird.

Was beinhalten die Untersuchungen U1-U11?

Die einzelnen Untersuchungen bestehen hauptsächlich aus körperlichen Untersuchungen des Kindes und einer ärztlichen Beratung der Eltern. Abgestimmt auf das Alter wird zum Beispiel auf das Gewicht, die Körpergröße und die Entwicklung geachtet. Eine Untersuchung der einzelnen Organe und des Bewegungsapparates sind ebenfalls Bestandteile der Untersuchung. Grob- und Feinmotorik, kognitive Fähigkeiten, die soziale und emotionale Kompetenz des Kindes und die Interaktion des Kindes mit den Eltern werden außerdem beobachtet.

Welche Untersuchungen finden wann statt?

Teil der Untersuchungen sind auch die Überprüfung des Impfstatus und die Beratung zur Verbesserung des Impfschutzes des Kindes. Einen guten Überblick, welche Impfungen bei welchen Untersuchungen erfolgen, bietet die Seite Kinderärzte im Netz.

Dokumentiert werden alle U-Untersuchungen im gelben Kinderuntersuchungsheft, das Sie bei der U1 erhalten. In diesem Heft ist eine Teilnahmekarte beigelegt, mit der Eltern die regelmäßige Teilnahme des Kindes an den U-Untersuchungen nachweisen können, zum Beispiel für Kindergärten.

Die J-Untersuchungen

Im Alter von 12 bis 14 Jahren wird die erste J-Untersuchung durchgeführt. Neben der Überprüfung des allgemeinen Gesundheitszustandes und der Wachstumsentwicklung von Organen und Skelettsystem wird auch der Impfstatus kontrolliert. Auch auf den Stand der Pubertätsentwicklung und auf psychische Auffälligkeiten wird geachtet.

Die J2 ist im Alter von 16 bis 17 Jahren fällig. Hier steht die Pubertät im Fokus, außerdem werden Verhaltens- und Sozialisationsfragen geklärt. Teil der J2 kann auch eine Diabetes-Vorsorge sein.

Für Jugendliche, die diesen Termin eventuell auch ohne die Eltern wahrnehmen möchten, bietet sich hier außerdem die Chance, dem Arzt oder der Ärztin vertrauliche Fragen zu stellen.

Für alle Früherkennungsuntersuchungen sollten Sie frühzeitig einen Termin vereinbaren. Denn die Untersuchungen sollten in einem bestimmten Alter erfolgen – nach dieser Zeitspanne muss der Arzt bzw. die Ärztin die Untersuchung als Igel-Leistungen in Rechnung stellen.

Wie behalte ich den Überblick über diese Untersuchungen?

Möchten Sie Ihre eigenen, und womöglich auch noch die Termine der ganzen Familie, im Blick behalten? Der allgemeine Kalender, den Sie im Haus haben, ist dafür nur bedingt geeignet. Entspannter können Sie Ihre Termine mit einer App organisieren, zum Beispiel mit „AppzumArzt“. Man kann nicht immer den aktuellen Impfstatus oder die anstehenden Vorsorgeuntersuchungen im Blick haben, um rechtzeitig einen Termin beim Hausarzt oder der Hausärztin zu machen – dabei hilft diese App. Sie wurde von der Felix-Burda-Stiftung und der Assmann Stiftung in Auftrag gegeben. In der App lassen sich verschiedene Profile für Kinder oder auch Großeltern anlegen, und sie errechnet aufgrund des Geburtsdatums zum Beispiel, wann der nächste Vorsorgetermin stattfinden muss.

Wenn Sie keine App nutzen möchten, können Sie auch auf den Erinnerungsservice der unabhängigen Initiative zur Förderung von Vorsorgeuntersuchungen – „Vorsorge ist Fürsorge“ – zurückgreifen. Geben Sie dort Ihre Mailadresse, Handynummer, Namen, Geschlecht und Alter an und lassen Sie sich kostenlos per Mail oder SMS an die nächste Vorsorgeuntersuchung erinnern. Je nach Wunsch alle 6 oder 12 Monate.