: Wickel fürs Wohlbefinden

Wickel und Kompressen erhöhen das Wohlbefinden und helfen, leichte Beschwerden zu lindern. Insbesondere bei müden Augen, Muskelverspannungen oder Heiserkeit hat sich das Hausmittel bewährt.

Wickel und Kompressen wirken auf dreierlei Art und Weise: Zum einen über den Temperaturreiz - je nach Anwendung warm oder kalt. Zweitens kommen oft ätherische Öle oder Auszüge von Heilkräutern zum Einsatz. Drittens wirken Wickel auch auf psychologischer Ebene. Denn wer einen Wickel oder eine Kompresse erhält, fühlt sich umsorgt. Allein schon die Berührung steigert das Wohlbefinden. Doch auch bei einer Selbstbehandlung macht sich dieser Effekt bemerkbar: Man tut sich etwas Gutes und nimmt sich dafür die notwendige Ruhe.

Anwendungsmöglichkeiten für Wickel und Kompressen gibt es viele. Wir stellen Ihnen vier Beispiele vor:

Wellness für die Augen

Die Arbeit am Computerbildschirm beansprucht die Augen stark. Abhilfe schafft hier eine einfache Augentrost-Kompresse. Besorgen Sie sich dazu getrocknetes Augentrostkraut in der Apotheke. Bereiten Sie daraus einen Tee. Überbrühen Sie einen Teelöffel Kraut mit einem Liter Wasser. Gießen Sie den Tee mit einem feinen Sieb ab. Der Tee sollte frei von Schwebeteilchen sein. Warten Sie, bis die Flüssigkeit lauwarm ist. Tränken Sie dann einen Kosmetik-Baumwolltupfer darin, wringen Sie ihn aus und legen Sie den Tupfer als Kompresse auf das geschlossene Auge.

Gegen verspannte Muskeln: Kartoffelkompresse

Kartoffelstärke ist ein hervorragender Wärmespeicher. Auflagen aus gekochten Kartoffeln übertragen daher die Wärme bis zu zwei Zentimeter tief ins Muskelgewebe und lösen so z.B. auch Verspannungen im Nacken. Nehmen Sie für eine Nackenkompresse drei frisch gekochte Pellkartoffeln. Packen Sie sie in ein Tuch ein und zerdrücken Sie anschließend die Kartoffeln. Bevor Sie die Kompresse nun auf die gewünschte Stelle legen, müssen Sie die Temperatur prüfen! Die Kompresse darf nicht heißer als 45 Grad Celsius sein, muss jedoch mindestens Körpertemperatur erreichen.

Tipp: Eine Lage Küchenpapier zwischen dem Tuch und den Kartoffeln verhindert, dass das Tuch verklebt.

Kompressen bei Halsschmerzen und Heiserkeit

Was die Temperatureigenschaften betrifft, ist Quark praktisch das Gegenteil der Kartoffel: Quark entzieht dem Körper Wärme, die sich z.B. bei Entzündungsreaktionen bildet. Quarkkompressen wirken daher entzündungshemmend, schmerzlindernd und abschwellend. Sinnvoll ist das beispielsweise bei Halsschmerzen und Heiserkeit. Streichen Sie ein bis zwei Esslöffel Magerquark auf ein Stück Küchenpapier. Legen Sie das Papier auf ein Baumwolltuch und schlagen Sie es von jeder Seite einmal um. Wickeln Sie das ganze in ein Stück Watte. Legen Sie das Päckchen nun auf die gewünschte Körperstelle und fixieren Sie es, z.B. mit einer elastischen Binde oder einem Leinentuch.

Wichtig: Der Quark darf nicht direkt aus dem Kühlschrank kommen, sondern muss Zimmertemperatur haben.

Alternative: Zitronenkompresse. Nehmen Sie vier etwa einen halben Zentimeter dicke Zitronenscheiben und legen Sie diese nebeneinander an den Rand eines Küchentuchs. Falten Sie das Tuch so zusammen, dass die Scheiben auf einer Seite nur mit einer Schicht bedeckt ist. Legen Sie diese „dünne Seite“ direkt auf den Hals. Das Tuch können Sie nun hinten zusammenbinden oder mit einem Stück Klebeband fixieren.

Achtung: Wickel und Kompressen dürfen Sie nur auf intakter Haut anbringen. Bei offenen Verletzungen – auch Schürfwunden – sind diese nicht erlaubt.

Gelegentlich können die Inhaltsstoffe der Wickel zu Hautreizungen führen. Dann sollten Sie von einer entsprechenden Behandlung Abstand nehmen. In jedem Fall gilt: Wickel und Kompressen dürfen nur so lange aufliegen, wie es die jeweiligen Personen als angenehm empfinden.