: Erkältungen einfach lindern

Man wird zwar einen gewöhnlichen Schnupfen meist nicht schneller los, wenn man etwas dagegen unternimmt. Dennoch lassen sich durch eine Behandlung Beschwerden lindern. Einfache Hausmittel sind dabei oft erste Wahl.

Sicher haben Sie die folgende Faustregel zum Thema Erkältung schon einmal gehört: Unbehandelt bleiben Husten, Schnupfen und Heiserkeit für acht Tage. Behandelt man sie jedoch, bleiben die Beschwerden für eine Woche. Nach dieser Volksweisheit spielt es also keine Rolle, ob man etwas gegen eine Erkältung unternimmt – z.B. indem man Medikamente einnimmt – oder ob man gänzlich den Selbstheilungskräften des Körpers vertraut.

Tatsächlich deckt sich der tiefere Sinn hinter dieser Faustregel mit den Erkenntnissen der wissenschaftlichen Medizin. Denn fast alle Erkältungskrankheiten werden von Viren verursacht, die zwar lästig, aber für Menschen mit einem gewöhnlich arbeitenden Immunsystem absolut harmlos sind. Allerdings haben diese Viren die Eigenschaft, sich kontinuierlich zu verändern.

Ständige Anpassung der Körperabwehr

Das Immunsystem muss also bei einer Erkältung immer wieder aufs Neue das passende Gegenmittel herstellen. Das braucht seine Zeit. Aus demselben Grund ist es praktisch unmöglich, einen dauerhaften Schutz vor Erkältungskrankheiten zu entwickeln, sei es in Form einer Impfung oder in Form eines schnell wirkenden Anti-Erkältungs-Medikaments. Auch Antibiotika sind nutzlos, weil sie nur Bakterien bekämpfen können, nicht jedoch die viel kleineren Viren. Zwar gibt es seit einigen Jahren auch spezielle Medikamente, die antiviral wirken. Diese haben jedoch zum Teil erhebliche Nebenwirkungen, weswegen der Einsatz nur bei bedrohlichen Infektionen sinnvoll ist.

Hausmittel reduzieren die Beschwerden

Alle Arzneimittel, die bei gewöhnlichen Erkältungskrankheiten zum Einsatz kommen, können somit nur indirekt wirken. Sie kräftigen das Immunsystem bzw. lindern die Beschwerden.

Um ein Mittel zu finden, das die Beschwerden einer harmlosen Erkältung effektiv lindern kann, ist jedoch oft sogar der Weg in die Apotheke überflüssig. Denn geeignete und wirkungsvolle Hausmittel finden sich häufig schon im Küchenregal:

Bewährtes Heilkraut: Thymian

Die Pflanzenheilkunde kennt zahlreiche Substanzen, die die Beschwerden bei Erkältungskrankheiten lindern können. Die ätherischen Öle in den einzelnen Kräutern wirken schleimlösend, entzündungshemmend, antibakteriell, desinfizierend, schmerzlindernd sowie schweißtreibend und damit fiebersenkend. All diese Eigenschaften bietet u.a. der Thymian, der insbesondere auch als Gewürzpflanze bekannt ist. Zwar hat der getrocknete Thymian aus dem Gewürzregal im Supermarkt keine Arzneimittelqualität. Das bedeutet jedoch nicht, dass dieser „gewöhnliche“ Thymian völlig wirkungslos ist, sondern nur, dass die pharmazeutisch wirksamen ätherischen Öle dort weniger stark konzentriert sind. Wer also gerade keinen Erkältungstee aus der Apotheke griffbereit hat, kann bei einer Erkältung auch zum Thymian aus dem Küchenregal greifen und daraus schnell einen Tee zubereiten. Lassen Sie den Aufguss fünf bis zehn Minuten ziehen und trinken Sie ihn anschließend möglichst heiß.

Zwiebelsud: Basis für Hustensaft

Typische Beschwerden infolge eines Hustens lassen sich durch einen Zwiebelsud mildern. Nehmen Sie dazu zwei bis drei Zwiebeln, schneiden Sie sie klein, geben Sie etwas Zucker zu und kochen Sie alles zusammen in einem Achtel Liter Wasser für etwa fünf Minuten. Danach den Sud für mehrere Stunden – gerne über Nacht – stehen lassen und auspressen. Fertig ist der selbstgemachte Hustensaft.

Kartoffeln gegen Nebenhöhlenentzündung

Auch gegen verstopfte Nasennebenhöhlen gibt es ein Hausmittel: eine Kompresse aus heißen Kartoffeln. In diesem Fall wirken nicht die Inhaltsstoffe der Knolle, sondern „lediglich“  die konzentrierte Wärme. Kochen Sie zwei bis drei mittelgroße Kartoffeln in der Schale. Wickeln Sie diese in ein Küchenkrepppapier und dann anschließend in ein Handtuch. Zerdrücken Sie das Ganze und warten Sie, bis das warme Päckchen etwas abgekühlt ist. Die ideale Temperatur hat es, wenn es sich noch heiß anfühlt, aber keine Schmerzen beim Auflegen auf die Haut im Gesicht verursacht. Halten Sie die Kompresse nun unmittelbar neben Ihre Nase, bis das Päckchen abgekühlt ist oder es sich unangenehm anfühlt. Die heißen Kartoffeln in der Kompresse sind hervorragende Wärmespeicher und geben so die geballte Energie in die Nebenhöhlen ab. Dort lockert die Wärme das Gewebe und trägt dazu bei, Verstopfungen zu lösen.