: Frühjahrsputz mal anders

Beim traditionellen Frühjahrsputz muss auch der Schmutz in versteckten Ecken dran glauben. Doch welches sind die Ecken, wo sich Schmutz oder gar krankmachende Keime besonders gut festsetzen? Es geht um mehr als selten benutzte Schränke!

Schränke ausräumen, in den hinteren Ecken durchwischen, Fließen, Kacheln, Fenster und andere Oberflächen im Haus auf Hochglanz polieren - das ist für die meisten Menschen der Frühjahrsputz. Bei den meisten wird selbstverständlich auch der Kühlschrank enteist und gereinigt - aber was ist mit dem Geschirrspüler und dem Backofen? Doch ganz gleich, ob diese Haushaltsgeräte Bestandteil des Frühjahrsputzes sind oder nicht: Sie haben eine häufigere Aufmerksamkeit verdient als einmal im Jahr!

Neuralgischer Punkt: die Geschirrspülmaschine

Hand aufs Herz: Wie oft haben Sie schon Ihren Geschirrspülautomaten gereinigt? Nicht wenige werden diese Frage wahrscheinlich mit "noch nie" beantworten. Schließlich gehen die meisten Menschen davon aus, dass dazu keine Notwendigkeit besteht. Schließlich handelt es sich um eine Reinigungsmaschine, die mit einer Kombination von hohen Temperaturen, speziellen Spülsalzen und regelmäßigem Wasseraustausch beispielsweise schmutzige, mit Essensresten verkrustete Teller wieder blitzblank macht. Wo sollte sich da innerhalb der Maschine Dreck ansammeln.

Die Antwort lautet: unter den Gummidichtungen. Wissenschaftler haben entdeckt, dass sich dort bestimmte Keime wohlfühlen - und verbreiten. Mittels Stichproben konnten die Forscher zeigen, dass diese Dichtungen häufig von besonders anpassungsfähigen Pilzkulturen besiedelt sind, denen weder die hohen Temperaturen noch der für Spülmaschinen typische hohe Salzgehalt und das scharfe Reinigungsmittel etwas anhaben kann. Solch eine Anpassungsfähigkeit von Mikroorganismen kannten die Forscher bislang nur von Wüsten, Vulkanen oder heißen Quellen. Mit einem vergleichbaren Ort direkt im Haushalt hat bisher niemand gerechnet.

Obwohl bis heute kein Fall bekannt ist, bei dem ein Mensch durch eine ungeputzte Spülmaschine in irgendeiner Art und Weise zu Schaden gekommen ist, empfehlen die Wissenschaftler trotzdem, mehrmals jährlich die Gummidichtung zu reinigen. Denn unter den dort entdeckten Pilzkulturen waren auch diverse Schimmelpilze, die für den Menschen durchaus gefährlich werden können.

Kühlschrank: Grundreinigung viel öfter als einmal jährlich

Das nächste Haushaltsgerät, das viel zu selten einer Grundreinigung unterzogen wird, ist der Kühlschrank. Zwar ist dessen Grundreinigung für die meisten ein selbstverständlicher Bestandteil des Frühjahrsputzes - inklusive Abtauen des Eisfaches, falls vorhanden. Doch der jährliche Rhythmus ist dabei eindeutig zu wenig. Denn immerhin ist der Kühlschrank der Ort, in dem wir leicht verderbliche Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Fisch, Käse, Eier, Gemüse sowie Milch und andere Milchprodukte aufbewahren. Selbst bei größter Sorgfalt gelangen Spuren davon immer wieder an Wände und auf Böden. Und in diesen Produkten stecken allerlei Keime. Auch wenn die meisten davon für uns völlig harmlos sind, handelt es sich doch um Kleinstlebewesen, die sich fortbewegen können. Und so ist es wenig überraschend, dass Stichproben immer wieder ergeben: In Kühlschränken tummeln sich mehr Keime als auf Toilettenschüsseln!

Eine allgemeingültige Empfehlung für das richtige Reinigungsintervall gibt es zwar nicht. Schließlich macht es einen großen Unterschied, welche Lebensmittel man dort aufbewahrt, wie sie verpackt sind und wie viele Personen darauf Zugriff haben. Definitiv sollte man aber eher in Wochen und keineswegs in Jahren denken.

Wie sieht’s im Backofen aus?

Das dritte Haushaltsgerät, das oftmals mehr Aufmerksamkeit verdienen würde, ist der Backofen. Zwar liegt das Risiko, dort mit krankheitserregenden Keimen konfrontiert zu werden, praktisch bei null. Denn auch die bestangepassten Mikroorganismen haben bei Temperaturen ab 100 Grad Celsius keine Überlebenschance. Das Erhitzen über den Siedepunkt hinaus ist sowieso eine der zuverlässigsten Desinfektions-Methoden.

Dennoch gibt es einen gesundheitlichen Aspekt: Gerade Speisen und Speisereste können, wenn sie länger beziehungsweise mehrfach hohen Temperaturen ausgesetzt werden, durchaus bedenkliche Stoffe hervorbringen, die sich wie Rauch in der Luft verbreiten und erneut auf Speisen absetzen. Kuchenreste oder Soßenspritzer im Backofen kokeln bei erneutem Erhitzen vor sich hin. Sie fressen sich dabei nicht nur regelrecht in das Metall hinein und lassen sich dann noch schlechter entfernen. Sie sorgen auch für eine unter Umständen problematische Rauchentwicklung innerhalb des Geräts. Der typische angebrannte Geruch ist nicht ohne Grund für uns unangenehm.

Nutzen Sie also den jährlichen Frühjahrsputz nicht nur, um die hintersten Ecken der Schränke wieder einmal aufzuräumen, sondern nehmen Sie das jährliche Ritual zum Anlass, die Putzintervalle häufig benutzter Haushaltsgeräte zu überdenken und bestenfalls zu verkürzen.