: Tabakrauch: Angriff aufs Erbgut

Eine aktuelle Studie zeigt, warum Rauchen das Lungenkrebsrisiko so deutlich erhöht: Beim Inhalieren werden zahlreiche Mutationen in den Lungenzellen ausgelöst. Ein Grund mehr, mit dem Rauchen Schluss zu machen.

Dass Rauchen ungesund ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Neben der Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt durch regelmäßiges Inhalieren insbesondere das Risiko, am gefährlichen Lungenkrebs zu erkranken. Und was sich genau dabei in den einzelnen Lungenzellen abspielt, haben Forscher vom Los Alamos National Laboratory in New Mexico nun untersucht: Demnach führt das Rauchen einer Schachtel Zigaretten pro Tag dazu, dass sich in jeder einzelnen Lungenzelle 150 zusätzliche Mutationen pro Jahr abspielen.

Das Problematische hierbei: Im Prinzip beginnt jede Krebserkrankung mit einer Mutation, also einer unbeabsichtigten Veränderung bzw. Beschädigung des Erbguts. Zwar löst längst nicht jede Mutation das Wachstum eines bösartigen Tumors aus. Viele Mutationen führen dazu, dass die beschädigte Zelle abstirbt - und auch keinen Schaden anrichten kann. Andere Mutationen wiederum haben im Laufe der Evolution dazu geführt, dass bestimmte Körperzellen sich spezialisiert haben und besondere Fähigkeiten entwickelt haben. Ohne zufällige Veränderungen im Erbgut wäre die Entwicklung vom Einzeller hin zu komplexen Lebewesen mit unterschiedlichsten Organen gar nicht möglich gewesen.

Mutationen, die Krebs auslösen können

Erfolgen diese Mutationen jedoch in Abschnitten der Erbsubstanz, die für das Wachstum und die Teilung der Zellen verantwortlich sind, kann es dazu kommen, dass diese Zellen sich unkontrolliert vermehren. Es bildet sich ein bösartiger Tumor und damit der Grundstein für eine Krebserkrankung. Und je mehr Mutationen sich insgesamt ereignen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass solch eine gefährliche Veränderung des Erbguts dabei ist.

Genau das macht den Tabakrauch so gefährlich: Er richtet im Erbgut der menschlichen Zellen ganz erheblichen Schaden an. Dadurch kommt es in der DNA zu Veränderungen in großer Zahl. Und die Wissenschaftler des Los Alamos National Laboratory konnten nun eindeutig nachweisen: Je mehr Zigaretten ein Krebspatient geraucht hatte, desto mehr Mutationen haben sich im Gewebe gebildet. Sie verglichen dazu Gewebeproben von Krebspatienten, die jahrelang geraucht hatten, mit Proben einer Kontrollgruppe aus Nichtrauchern.

Schädigung der Lunge und anderer Organe

Bei der Untersuchung zeigte sich: Besonders in Mitleidenschaft gezogen wird die Lunge. Bei Rauchern, die regelmäßig eine Schachtel pro Tag inhaliert hatten, konnten die Forscher 150 zusätzliche Mutationen in jeder einzelnen Zelle nachweisen! Aber auch andere Körperteile werden durch den "blauen Dunst" entsprechend in Mitleidenschaft gezogen: Im Kehlkopf verursachte die gleiche Menge Tabakrauch 97 Extra-Mutationen pro Zelle, im Rachen waren es 39 und im Mund 23. Doch sogar auch Organe, die gar nicht direkt mit dem giftigen Rauch in Verbindung kommen, wurden in Mitleidenschaft gezogen: In der Blase konnten die Forscher achtzehn zusätzliche Mutationen nachweisen und in der Leber sechs.

Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse machen einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, so schnell wie möglich mit dem Rauchen aufzuhören - oder erst gar nicht damit anzufangen. Sollten Sie zu den Rauchern zählen, ist der bevorstehende Jahreswechsel sicher ein geeigneter Anlass, um dem "blauen Dunst" ein für alle Mal abzuschwören.

Damit es hierbei nicht nur bei einem Vorsatz bleibt, sondern Sie diesen auch umsetzen können, sollten Sie auf die folgenden Punkte achten:

Termin richtig wählen

Wenn Sie den Rauchstopp zu den guten Vorsätzen fürs neue Jahr wählen, sollten Sie nicht den Fehler begehen, sich das gleich für den 1. Januar vorzunehmen. Denn nach einer möglicherweise rauschenden Silvesterfeier fällt das Ein- und Durchhalten eines solch einschneidenden Schrittes besonders schwer.

Wählen Sie stattdessen ein ganz individuelles Datum, dem Sie damit besondere Bedeutung geben.

Auf ruhige und entspannte Atmosphäre achten

Entscheidend für die Terminwahl des Rauchstopps ist insbesondere auch die Frage, in welcher Atmosphäre dieser stattfindet. Die meist stressige Woche kurz vor dem Abschluss eines wichtigen Projektes ist hierfür denkbar ungeeignet.

Weitaus geeigneter ist beispielsweise der Beginn eines Urlaubes. In jedem Fall gilt: Der Rauchstopp sollte in einer möglichst stressfreien Umgebung und Atmosphäre stattfinden, damit das Rückfallrisiko so klein wie möglich ist.

Umfeld um Unterstützung bitten

Bitten Sie Freunde und Verwandte um Hilfe. Diese können Sie einerseits ermutigen und andererseits konkret einschreiten, wenn ein Rückfall droht. Vielleicht fassen Sie den Entschluss zum Rauchstopp ja auch gemeinsam mit Ihrem Lebenspartner und können sich so gegenseitig unterstützen?

Sich über eingespartes Geld freuen

Zigaretten sind teuer, so dass Sie mit jedem Tag, den Sie zukünftig rauchfrei bleiben, Geld sparen. Auch darüber dürfen und sollten Sie sich freuen. Legen Sie dieses Geld bewusst zur Seite - und verwenden Sie es für Dinge, die Ihnen Freude bereiten. Jede eingesparte Zigarette führt so zu (noch mehr) Lebensfreude.

Hilfsmittel verwenden

Nikotin ist eine tückische Droge. Die Substanz aktiviert das Belohnungszentrum im Gehirn. Der Rauchstopp geht damit mit einem gewissen Unruhe- und Verlustgefühl einher, wodurch es so schwierig ist, sich vom "blauen Dunst" zu verabschieden. Mit Nikotinpflastern o.ä. lässt sich dieser Effekt abfedern.

Außerdem macht es in jedem Fall Sinn, sich bei Kursen oder Online-Angeboten Unterstützung zu suchen. Informationen dazu finden Sie hier und hier.