: Duftkerzen: Wellness und antibiotische Wirkung

Kerzenlicht zaubert eine romantische Stimmung in die dunkle Jahreszeit. Aromatisierte Kerzen sorgen zusätzlich für angenehmen Duft. Und es gibt einen weiteren positiven Effekt.

Aromatisierte Duftkerzen sind gerade während der Weihnachtszeit beliebt. Doch neben der romantischen Stimmung gibt es noch einen weiteren Grund, sie einzusetzen. Denn bei einer Untersuchung der Universität Southampton stellte sich heraus: Beim normalen Verbrennungsvorgang bilden sich Stoffe, die schädliche Bakterien sehr zuverlässig vernichten können.

Nur „echte“ ätherische Öle

Allerdings zeigte sich auch: Dieser Effekt ist nur bei „richtigen“ ätherischen Ölen vorhanden, zum Beispiel bei Orangen-, Thymian- oder Eukalyptusöl. Mit synthetischen Aroma- und Durftstoffen versehene Kerzen haben keine vergleichbare Wirkung. Denn gerade beim Verbrennen der auf natürlichem Wege hergestellten Öle entsteht eine besondere Kombination von Ionen, also geladenen Teilchen auf molekularer Ebene. Und diese Ionen können unter anderem Bakterien vom Typ Escherichia coli oder Staphylococcus aureus zuverlässig vernichten.

Beide Bakterien-Arten sorgen immer wieder für gesundheitliche Probleme: Bestimmte Stämme des auch E.coli genannten Bakteriums können Durchfallerkrankungen, Harnwegsinfektionen oder EHEC verursachen. Staphylococcus aureus wiederum ist ein Verursacher für Lungenentzündungen – und kann eine Resistenz gegen Antibiotika entwickeln. Solch resistente Keime sind in Krankenhäusern gefürchtet und können bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem schwere Komplikationen auslösen.

Tiefenwirkung auf Oberflächen

Bei den Studien der Wissenschaftler der Universität Southampton zeigte sich verblüffenderweise, dass infolge der „Duftkerzen-Behandlung“ diese beiden Bakterien-Arten auf den Oberflächen im jeweiligen Raum beinahe zu 100 Prozent vernichtet wurden. Das gilt sogar auch für Oberflächen mit einer porösen Struktur, womit diese Methode auch eine Art Tiefenwirkung hat. Sie ist damit genauso effektiv wie herkömmliche Desinfektionsmittel.

Den gleichen Effekt haben die Wissenschaftler auch bei elektrischen Verdampfern beobachtet – wenn diese mit den genannten Ölen befüllt werden. Bei den Geräten vollzieht sich der genaue chemische Vorgang zwar etwas anders, aber auch hierbei werden quasi Ionen – also elektrisch geladene Teilchen – mit dem jeweiligen Öl kombiniert und verbreiten sich so über die Luft im ganzen Raum.

Doch es gibt noch einen weiteren Grund für den Einsatz der Pflanzenöle. Die darin enthaltenen Duftstoffe haben auch einen Einfluss auf unser Nervensystem und unserem Organismus:

Orangenöl

Orangenöl mit seinem oft als warm und weiblich charakterisierten Duft hat eine stark entspannende Wirkung. Es wirkt krampflösend und hilft, die Muskulatur zu lockern. Es stimuliert zudem die Zirbeldrüse, die das Schlafhormon Melatonin produziert, das wiederum unseren Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Orangenöl wird daher immer wieder als Einschlafhilfe empfohlen. Außerdem soll Orangenöl stimmungsaufhellend wirken – und kommt in der Aromatherapie deshalb auch bei Winterdepressionen zum Einsatz.

Thymianöl

Thymianöl wiederum hat eine belebende Wirkung. Gleichzeitig hat das Öl auch einen antiseptischen Effekt. Es löst Krämpfe und Verschleimungen. Es hat – auch ohne den oben beschriebenen Effekt beim Verbrennen oder Verdampfen – eine antimikrobielle Wirkung und unterstützt damit das Immunsystem. In der Pflanzenheilkunde zählt Thymian zu den klassischen Erkältungsmitteln. Achtung jedoch bei Bluthochdruck: Wegen der belebenden Wirkung sollte man es in diesem Fall nur sehr leicht dosiert einsetzen.

Eukalyptusöl

Eukalyptusöl ist unter anderem bei Saunagängern sehr beliebt. Aufgüsse mit Eukalyptusöl machen regelrecht die Atemwege frei – und wir empfinden den Eukalyptus-Duft als frisch und leicht. Genau wie Thymian hat Eukalyptus auch eine antiseptische und antimikrobielle Wirkung. Eukalyptusöl findet sich nicht nur in Hustenbonbons wieder, sondern auch in Lösungen zur Inhalation bei Erkältungen. Darüber hinaus soll Eukalyptus auch eine aufmunternde und konzentrationsfördernde Wirkung haben. Die Pflanze kann somit helfen, Müdigkeit und depressive Stimmungen zu vertreiben.

Diese drei Pflanzenöle zählen zu den gängigsten ätherischen Ölen, die typischerweise zur Verbesserung der Raumluft zum Einsatz kommen. Es gibt jedoch insgesamt weit über hundert ätherische Öle, die in der Aromatherapie zum Einsatz kommen.

Übrigens: Sie können auch die klassischen Duftlampen verwenden, um von der Wirkung der ätherischen Öle zu profitieren. Hierbei träufelt man wenige Tropfen des Öls in etwas Wasser, das wiederum per Teelicht zum Verdunsten gebracht wird. Zwar ist der desinfizierende Effekt hierbei längst nicht so ausgeprägt. Viele dieser Öle haben jedoch unabhängig von der Verbreitungsart einen antibakteriellen Effekt.