: Als Schwangere unterwegs

Eine Schwangerschaft bedeutet nicht Verzicht auf Urlaub. Vor der Reise sollten Sie jedoch überlegen, was Sie sich und Ihrem Kind zumuten können.

Reisen ohne Risiko

Vielleicht haben Sie schon seit langem einen Kinderwunsch und möchten die gemeinsame Reise intensiv genießen. Oder Sie setzen einfach die gewohnte Empfängnisverhütungsmethode ab und lassen alle Möglichkeiten entspannt auf sich zukommen.

Falls eine Schwangerschaft geplant ist, möchten Sie sicher unnötige Gefahren durch Infektionskrankheiten, Unfälle oder ähnliches vermeiden. Paradiesische Reiseziele in tropischen Regionen müssen nicht immer mit einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden sein. Lassen Sie sich deswegen ausführlich beraten! Wie auch bei Kinderwunsch in Deutschland sollten Sie in der Schwangerschaft Medikamente, Alkohol und Zigaretten möglichst vermeiden.

Eine Schwangerschaft führt zu normalen körperlichen und psychischen Veränderungen und ist keine Krankheit. Die Empfänglichkeit für Krankheiten wird jedoch erhöht, weiterhin können sich zusätzlicher Reisestress und Klimaveränderungen in tropischen Ländern ungünstig auf das Immunsystem auswirken.

Da in vielen Ländern der Tropen und Subtropen besondere Infektionsgefahren bestehen, ist die Auswahl des Reiseziels und der Standard der Reise von entscheidender Bedeutung. Unfälle unterwegs sind das größte Gesundheitsrisiko. Der psychische Schock allein kann zu vorzeitigen Wehen und zum Blasensprung führen. Tauchen, Reiten und Safaris in unwegsame Gebiete sind riskant. Ebenso wenig empfehlen sich Rucksackreisen in entlegene Bergregionen oder heiße Wüstenregionen.

Sie sollten den Aufenthalt in Malariagebieten während einer Schwangerschaft vermeiden.

Wenn dies aus familiären oder beruflichen Gründen nicht möglich ist, sollten Sie neben der Einnahme einer medikamentösen Malariaprophylaxe (nur nach einer persönlichen Beratung!) Mückenstiche so weit wie möglich durch das Tragen weiter, langärmliger Kleidung, den Aufenthalt in mückensicheren Räumen und die Benutzung von Moskitonetzen sowie Mückenlotionen verhindern.

Am unproblematischsten ist eine Reise bei normaler Schwangerschaft im zweiten Drittel (vierter bis sechster Monat). Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich vor der Reise beziehungsweise Ausreise von einer Frauenärztin/Frauenarzt beraten lassen. Insbesondere zu geeigneten Vorsichtsmaßnahmen bei außergewöhnlichen Reisezielen geben Ihnen die Gesundheitsämter, in Bremen auch das Hafengesundheitsamt, Auskunft.

Flugreisen

Der geringfügig verminderte Sauerstoffdruck in der Flugzeugkabine stellt in der normalerweise kein Risiko dar. Wenn aber eine eingeschränkte Funktion der Plazenta bekannt ist, sollten Sie sicherheitshalber nicht fliegen. Die Strahlenbelastung ist bei interkontinentalen Flügen in Abhängigkeit von der Sonnenaktivität erhöht. Schwangere sollten Flugreisen, besonders in der Zeit der Hirnentwicklung des Kindes zwischen achten bis 15. Schwangerschaftswoche möglichst vermeiden. Die Sicherheitskontrolle am Flughafen mit einem Metalldetektor (Magnetstab) stellt keine Gefährdung dar.

Längeres Sitzen und Bewegungsmangel behindern den Blutkreislauf und begünstigen die Entstehung von Thrombosen. Stehen Sie öfters auf, und bewegen Sie sich. Ab der 30. Schwangerschaftswoche kann räumliche Enge (Sitz, Gang und Toilette) zum Problem werden. Ab der 34./35. Schwangerschaftswoche sollten keine Flüge mehr unternommen werden. Eine Bescheinigung des betreuenden Haus- und Facharztes über den voraussichtlichen Entbindungstermin wird von einigen Fluglinien verlangt. Ab der 28. Schwangerschaftswoche ist ein Attest (Hebamme oder Arzt) notwendig, dass die Flugtauglichkeit nicht eingeschränkt ist.

Auto- und Busreisen

Auch bei längeren Autofahrten und Busreisen sollten Sie alle ein bis zwei Stunden Erholungspausen einlegen, für Bewegung möglichst auch im Fahrzeug sowie für sorgen und ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen! Auch hier besteht ein erhöhtes Risiko für Thrombosen.