: Augen: UV-Schutz zu jeder Jahreszeit

Viele Sehschwächen sind weitgehend erblich bedingt. Andere jedoch sind die Folge einer stetigen hohen UV-Belastung. Ein Schutz der Augen ist nicht nur beim Sonnenbad im Hochsommer notwendig, sondern auch in vielen anderen Situationen.

Dass uns der ultraviolette Anteil des Sonnenlichts schaden kann, ist den meisten Menschen hierzulande bekannt. Doch ein Großteil denkt dabei fast ausschließlich an mögliche Hautschäden – vom Sonnenbrand bis hin zu Spätfolgen wie einem höheren Hautkrebsrisiko. Wer sich im Sommer daher für längere Zeit in die Sonne begibt, schützt sich mit Sonnencreme und dergleichen.

Doch das UV-Licht kann auch die Augen belasten – und zu erheblichen Langzeitfolgen führen bzw. beitragen. Drei Erkrankungen des Sehorgans stehen in direktem Zusammenhang mit ultravioletter Strahlung:

  • Schneeblindheit oder Photokeratitis
    Typischerweise tritt diese Erkrankung bei Bergsteigern und Skifahrern auf, die sich in hohe Lagen begeben. Denn die Intensität der UV-Strahlung nimmt pro tausend Höhenmeter um 20 Prozent zu. Gleichzeitig reflektieren Schnee und Eis bis zu 95 Prozent des Lichts – und Schneefelder gibt es im Hochgebirge das ganze Jahr über. Die UV-Belastung kann daher dort schnell ein Mehrfaches dessen betragen, womit wir an einem sonnigen Tag auf dem Balkon konfrontiert werden. Sind die Augen zu lange dieser hohen UV-Dosis ausgesetzt, kann es zu einer vorübergehenden Schädigung der äußeren Hornhaut kommen. Dafür reichen schon wenige Stunden. Diese Schädigung äußert sich durch starke, brennende Schmerzen, hohe Blendempfindlichkeit und Tränenbildung. Vom Arzt richtig behandelt verschwinden die Beschwerden schon nach wenigen Tagen wieder vollständig.

  • Katarakt bzw. Grauer Star
    Beim Grauen Star handelt es sich um eine Trübung der Augenlinse, die in der Regel mit fortschreitendem Alter zunimmt. Es kommt zu einer schleichenden und vollkommen schmerzlosen Verringerung der Sehleistung. Typische Symptome sind Verschwommensehen und eine zunehmende Blendungsempfindlichkeit. Neben weiteren Faktoren wie Rauchen und Diabetes gilt ausdauernde und intensive UV-Strahlung als bedeutendster Risikofaktor für die Katarakt-Bildung. Das energieintensive, ionisierend wirkende Licht löst in der Augenlinse Prozesse aus, die letztlich zu einer Eintrübung führen.

  • Makula-Degeneration
    Als Makula bezeichnet man den Punkt auf der Augennetzhaut, der für das schärfste Sehen zuständig ist und die registrierten Bilder in Nervenimpulse umwandelt und ans Gehirn weiterleitet. Die Makula – auch Gelber Fleck genannt – ist somit der zentrale Bereich unserer Sehkraft. Eine altersbedingte Makula-Degeneration ist in den Industrieländern die Hauptursache für eine Erblindung bei Menschen ab 50 Jahren. Bei bestimmten Varianten dieser Erkrankung spielt energieintensive UV-Strahlung ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Es lohnt sich daher in jedem Fall, seine Augen konsequent vor einer länger anhaltenden UV-Belastung zu schützen. Mit einer geeigneten Sonnenbrille ist das auch problemlos möglich. Achten Sie darauf, dass Ihre Brille den UV-Schutz 400 besitzt, also den Lichtbestandteil mit einer Wellenlänge kleiner als 400 Nanometer fast vollständig filtert. Geeignete Gläser tragen in der Regel eine entsprechende Kennzeichnung bzw. Gravur. Im Zweifelsfall können Sie den UV-Schutz der Sonnenschutzbrille auch beim Optiker überprüfen lassen.

Nur Qualitätsbrillen kaufen

Wichtig: Die Tönung sagt nichts über die tatsächlichen Filtereigenschaften einer Sonnenbrille aus. Sie müssen sich auf die Herstellerangaben verlassen. Kaufen Sie daher solche Brillen ausschließlich bei Händlern, bei denen Sie sich sicher sein können, dass sie genormte Originalware anbieten. Wer Sonnenbrillen bei fliegenden Händlern am Strand kauft, erhält möglicherweise eine Fälschungen, die zwar genau so schick aussieht wie echte Qualitätsbrillen, aber keinen sicheren UV-Schutz bietet.

Getönte Gläser ohne Schutzwirkung sind im Übrigen besonders gefährlich: Die Tönung verdunkelt den Lichteinfall, so dass sich die Pupillen weiten. Wird der schädliche UV-Anteil des Lichtes jedoch nicht herausgefiltert, dringt er nun ungebremst durch die weit geöffnete Pupille ins Innere des Auges ein.

In den folgenden Situationen sollten Sie auf UV-Schutz für die Augen achten:

  • Immer im Hochgebirge
    Egal ob im Winter oder im Sommer. Ab einer gewissen Höhe ist die UV-Belastung deutlich höher als im Flachland. Kommen Schnee und Eisflächen hinzu, steigt die Belastung nochmals. Ein besonderes Risiko besteht daher für Wintersportler: Für sie ist es zwar selbstverständlich, eine Schutzbrille aufzuhaben. Doch in der Mittagspause im Freien vor der Berghütte setzt man sie ab und genießt die Sonne. Hierfür gehört unbedingt eine zusätzliche Sonnenbrille ins Gepäck!
  • Auf und am Wasser – sowie am Strand
    Auch Wasser reflektiert UV-Licht. Wer also an einem sonnigen Tag eine Bootstour unternimmt, braucht ebenfalls Schutz für die Augen. Das gilt auch dann, wenn die Temperaturen draußen noch kühl sind. Bereits im April erreicht die Sonne eine Höhe und Intensität wie im August. Ähnliches gilt für den Aufenthalt am Strand. Auch Sandkörner reflektieren den UV-Anteil des Lichts!