Meilensteine der Gehirnentwicklung

Die Zentrale unseres Körpers ist das Gehirn. Mit Hilfe unserer fünf Sinne nehmen wir alles wahr, was um uns herum geschieht, und diese Erlebnisse und Erfahrungen werden im Gehirn verarbeitet und gespeichert – vereinfacht gesagt. Das Gehirn steuert uns – aber ab welchem Alter ist es eigentlich voll entwickelt? Wir erklären die „Meilensteine“ der Gehirnentwicklung

Vom Embryo bis zum Teenager

Das Gehirn ist ein komplexes Gebilde, das es uns erst ermöglicht Dinge wahrzunehmen und zu lernen. Während andere Organe schon vollständig entwickelt sind, wird die Entwicklung des Gehirns unser Leben lang von unseren Erfahrungen bestimmt. Geräusche, Gerüchte, Farben oder andere Eindrücke wirken sich auf die Struktur des Gehirns aus. Da Babys in den ersten Lebensjahren vor allem auf die Unterstützung von den Eltern angewiesen sind, steuern diese den Lernfortschritt und damit die Gehirnentwicklung maßgeblich.

Bereits bei Embryos ab der dritten Schwangerschaftswoche bilden sich die Grundbausteine des Gehirns. Bei Ungeborenen macht es mehr als die Hälfte der Körpergröße aus. Nach der Geburt beginnt die Aufnahme von Eindrücken sofort, die Nervenzellen senden alle Informationen an das Gehirn. Werden die Babys wiederholt mit bestimmten Eindrücken konfrontiert, versucht das Gehirn diese miteinander zu vernetzen – es bilden sich Synapsen. So kann nach und nach ein komplexes Netz entstehen, das es Kindern ermöglicht, Zusammenhänge zu erkennen und danach zu handeln.

Bei kleinen Kindern ist dieses Netz noch sehr locker, sie müssen ihre Erfahrungen erst festigen. Der Entdeckerdrang von Kindern wird geweckt die Entwicklung macht rasante Fortschritte. Auch das Gehirn entwickelt sich unaufhörlich weiter und die Basis für die geistige Entwicklung wird gesetzt. Im ersten Lebensjahr setzt auch das abstrakte Denken ein, das es den Kleinen ermöglicht, sich Bilder ins Gedächtnis zu rufen. Mit drei bis vier Jahren entwickelt sich das Langzeitgedächtnis.

Die kreativen und logischen Bereiche des Gehirns treten immer häufiger in Kontakt und bei Kindern ab fünf Jahren bildet sich das Beurteilungsvermögen. Wo vorher noch weitestgehend Gefühle und Bedürfnisse das Verhalten steuerten, fangen die Kinder zwischen dem fünften und sechsten Lebensjahr an, sich vernünftig zu verhalten. Sie sind geübt in sozialem Verhalten und eignen sich Wissen an. Die räumliche Vorstellungskraft und auch die sprachlichen Fähigkeiten prägen sich weiter aus und sind zumeist bis zum zwölften Lebensjahr gut entwickelt. Gänzlich abgeschlossen ist die Gehirnentwicklung nach der Pubertät, also etwa 20 Jahre nach der Geburt.

Verschiedene Bereiche des Gehirns

Unterschiedliche Regionen unseres Gehirns übernehmen unterschiedliche Aufgaben. So ist das Sprechen und Denken im Großhirn angesiedelt, was den größten Teil ausmacht. Für Motorik ist das Kleinhirn zuständig, das im Hinterkopf sitzt. Der Hirnstamm hingegen, zwischen Großhirn und Rückenmark, regelt Vorgänge wie die Blutzirkulation.

Das Großhirn ist noch mal in zwei Hälften unterteilt: Die rechte Hirnhälfte steuert die linke Körperseite und umgekehrt. Ist die rechte Gehirnhälfte stärker ausgeprägt, ist der Mensch eher emotional und kreativ. Im umgekehrten Falle überwiegt das logische Denken.

Diese Unterschiede können sich auch im Vergleich von Links- und Rechtshändern widerspiegeln. Linkshänder denken anders als Rechtshänder, sie erfassen ihre Umwelt mit der rechten Gehirnhälfte, die für das bildhafte Vorstellungsvermögen zuständig ist. Laut Schätzungen ist etwa jeder zehnte Deutsche Linkshänder und mehr Männer als Frauen. Da bei Linkshändern die rechte, kreative Gehirnhälfte besser ausgeprägt ist und dominanter ist, sagt man ihnen nach, dass sie kreativer sind. Bereits im Greifalter zeichnet sich ab, ob das Kind Rechts- oder Linkshänder ist, je nachdem, welche Hand es zum Greifen benutzt.

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