: Kinderspiele auf Reisen

Egal ob im Auto, im Flugzeug oder im Zug: Bei der An- und Abreise zum bzw. vom Urlaubsort kommt bei Kindern schnell Langeweile auf. Damit dann die Stimmung nicht kippt, ist es gut, ein paar Spielideen in petto zu haben.

Kinder haben einen ausgeprägten Bewegungsdrang. Es ist daher vollkommen normal, dass sie nach einer gewissen Zeit des Stillsitzens unruhig werden und anfangen zu quengeln. Doch während man im Zug hin- und herlaufen kann und auch im Flugzeug gelegentliches Aufstehen möglich ist, muss man im Auto zwangsläufig angeschnallt sitzen bleiben – bis zur nächsten Pause. Mit Kindern auf der Rückbank kann die Urlaubsreise daher schon mal zur Geduldsprobe werden.

Umso wichtiger ist es, beim Kofferpacken nicht nur an den eigentlichen Urlaub zu denken, sondern auch an Dinge zur Unterhaltung und Ablenkung. Neben diversen Hörspielen, dem Lieblings-Kuscheltier und (Bilder-)Büchern zählen dazu vor allem Spiele. Allerdings sind die meisten Brettspiele für unterwegs kaum geeignet. Besser sind z.B. Spielkarten – und vor allem Spiele, die sich ohne große Vorbereitung auch auf der Autobahn umsetzen lassen:

  • Ich packe meinen Koffer
    Dieser Klassiker unter den Kinderspielen funktioniert überall. Der jüngste Spieler beginnt, überlegt sich einen Gegenstand, den er mitnehmen möchte, sagt „Ich packe meinen Koffer…“ und nennt den Gegenstand. Der nächste Spieler wiederholt das Gesagte und fügt einen weiteren Gegenstand hinzu. So geht es reihum, bis schließlich eine lange Wortkette aus Gegenständen entsteht. Das erfordert viel Konzentration und Aufmerksamkeit. Wer als erster die Reihenfolge durcheinander bringt oder einen Gegenstand auslässt, hat verloren.
  • Ich denk‘ an was, was du nicht weißt
    Hierbei handelt es sich um die reisetaugliche Variante des Klassikers „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Schließlich gibt es im Inneren des Autos nicht allzu viele Gegenstände von Interesse – und wenn man nicht gerade im Stau steht, verschwinden die Dinge neben der Straße ja gleich wieder.
    Ein Spieler überlegt sich eine Person, ein Tier, einen Gegenstand oder einen Ort – und die anderen müssen ihn erraten. Reihum hat jeder einen Versuch – und darf dabei eine Frage zur Eingrenzung stellen, z.B. „Ist es groß?“, „Kann es sich bewegen?“ etc.
  • Nummernschilder-Sätze
    Ist man mit dem Auto unterwegs, sieht man laufend andere Fahrzeuge und deren Kennzeichen. Das lässt sich spielerisch nutzen, indem jeder reihum die Aufgabe erhält, aus den Buchstaben auf dem soeben gesichteten Nummernschild einen sinnvollen Satz zu bilden. Die Buchstaben geben dabei die jeweiligen Anfangsbuchstaben der einzelnen Wörter vor. Aus HB-EK wird so z.B. „Hat Berta Essen gekocht?“
    Dieses Spiel funktioniert auch mit ausländischen Schildern, die ja oft eine ganz andere Systematik haben als die deutschen. Handelt es sich um gemischte Buchstaben- und Zahlenkombinationen, lässt man die Zahlen einfach weg.
  • Autokennzeichen-Bingo
    Auch bei diesem Spiel macht man sich die Nummernschilder der anderen Verkehrsteilnehmer zu nutze. Jeder Mitfahrer erhält dazu einen Zettel, auf die er eine bestimmte Anzahl unterschiedlicher Kennzeichen schreibt, die er bzw. sie gesehen hat. Dabei werden nur die ersten Buchstaben des Nummernschilds notiert, die für den Kreis stehen, also z.B. HB, CUX, H etc.
    Haben alle Mitfahrer gleich viele Kennzeichen auf ihrem Zettel stehen, beispielsweise fünf, tritt der Fahrer in Aktion: Er übernimmt die Rolle des Bingo-Spielleiters und spricht nun laut ausgewählte Kennzeichen der anderen Verkehrsteilnehmer aus. Um das Spiel abwechslungsreicher zu machen, kann er dabei auch Autos ignorieren. Jeder Mitspieler streicht nun nach und nach die Kennzeichen von seinem Zettel, die der Fahrer laut nennt. Wer zuerst alle Kennzeichen gestrichen hat, hat gewonnen und ruft laut „Bingo“!
    Variante: Automarken-Bingo. Statt dem Kennzeichen notiert man sich nun die Marke. So funktioniert das Spiel auch im Ausland, wo die Nummernschilder häufig nur aus einer beliebigen Buchstaben- und Zahlenkombination bestehen.
  • Wort an Wort
    Bei diesem Spiel beginnt ein Spieler, indem er ein beliebiges Wort in den Raum wirft, z.B. Suppe. Der nächste Spieler hat nun die Aufgabe, ein Wort zu finden, das mit dem Endbuchstaben dieses Wortes beginnt, also „e“. Beispiel: Essen. Der dritte braucht nun ein Wort mit „n“ – Nuss etc.
    Variante 1: Es dürfen nur Wörter gewählt werden, die zu einem vorher vereinbarten Überbegriff passen, z.B. Lebensmittel. Wie im obigen Beispiel könnte das dann Suppe – Essen – Nuss sein.
    Variante 2: Es kommen nur zusammengesetzte Wörter in Frage – und statt des letzten Buchstabens gibt der hintere Wortteil vor, womit das nächste Wort beginnen muss. Beispiel: Eisenbahn – Bahnhof – Hofburg – Burgschänke etc.

Bis man alle Spiele durchprobiert hat, vergeht eine gewisse Zeit, so dass schon bald die nächste Pause fällig wird. Dabei sollten Kinder selbstverständlich die Gelegenheit haben, sich etwas zu auszutoben. Viele Raststätten bieten dazu mittlerweile einen kleinen Spielplatz.