: Streichfette im Check

Butter oder Margarine - was gehört aufs Brot? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Einige schwören auf den Geschmack von Butter, andere halten Margarine für gesünder. Aber stimmt das überhaupt? Wir unterziehen Streichfette einem kurzen Check.

Viele Menschen glauben, dass Margarine gesünder ist als Butter. Sie vermuten dahinter ein rein pflanzliches Produkt, das ohne tierische Fette produziert wird. Dies ist aber nicht immer ganz richtig; Margarine besteht zwar vornehmlich aus pflanzlichen Fetten, kann aber auch tierische Bestandteile enthalten. Zum Beispiel wird für die Herstellung einiger Margarinesorten Magermilch verwendet. Ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich immer.

Butter bleibt beliebt, Alternativen holen aber auf

Laut Stiftung Warentest ist Butter nach wie vor sehr beliebt: 2018 hat jeder Deutsche etwa 5,8 Kilogramm Butter und andere Milchfett-Produkte zu sich genommen. Aber auch Alternativen werden immer gefragter: 2019 ist der Absatz von Streichfetten mit Buttergeschmack laut Stiftung Warentest um 20 Prozent gewachsen. Aber wo genau liegen die Unterschiede und ist Margarine wirklich gesünder als Butter?

Margarine kann bis zu 100 Prozent pflanzliche Fette enthalten. Hierbei kann es sich um vergleichsweise gesundes Raps- oder Sonnenblumöl, aber auch um Kokos- oder Palmfett handeln. Andere Streichfette, die eine Alternative zu reiner Butter bieten sollen, werden "Mischstreichfette" genannt – sie enthalten häufig Buttermilch, Joghurt sowie andere Milchfette. 

Diese Mischstreichfette sollen den Geschmack von Butter mit gesundheitlichen Vorteilen von pflanzlichen Fetten, wie etwa Rapsöl, verbinden. Ein angenehmer Vorteil ist, dass sie sich besser verstreichen lassen als Butter, auch wenn sie direkt aus dem Kühlschrank kommen.

Was ist gesünder?

Auf diese Frage gibt es leider keine eindeutige Antwort. Wenn Sie körperlich gesund sind, können Sie sich guten Gewissens für das Produkt entscheiden, das Ihnen besser schmeckt. Sie müssen sich aber dennoch bewusst sein, dass beide Streichfette viele Kalorien enthalten.  Aus diesem Grund sollten Sie sowohl Butter als auch Margarine nur in Maßen beim Kochen einsetzen oder aufs Brot streichen.

Streichfette enthalten aufgrund des Rapsöls die wichtigen und mehrfach ungesättigten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, denen nachgewiesen wurde, dass sie sich positiv auf die Herzgesundheit auswirken. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung eignet sich Margarine, die aus vorteilhaften pflanzlichen Fetten besteht, besser für Menschen mit hohem Cholesterinspiegel als Butter. Bei Streichfetten, die zusätzlich Palm- oder Kokosfett enthalten, sieht die Verteilung der Fettsäure allerdings ungesünder aus. 

Butter hat, im Gegensatz zu Margarine, einen schlechteren Ruf. Es wird oftmals behauptet, dass die in der Butter enthaltenen gesättigten Fettsäuren Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Dies konnte bislang allerdings nicht nachgewiesen werden.

Gibt es weitere Alternativen?

Tatsächlich gibt es auch einige Alternativen zu Butter oder Margarine. Zum Beispiel Avocado, die sich aufgrund ihres Fettgehalts sehr gut pürieren lässt, um sie aufs Brot zu schmieren. Wer es etwas schärfer mag, kann auf Meerrettichcreme zurückgreifen. Die bringt nicht nur einen würzigen Geschmack mit, sondern fördert auch die Durchblutung und kurbelt den Stoffwechsel an.

Beim Backen können Sie statt Butter auch auf Mandel- oder Erdnussmus ausweichen. Neben dem nussigen Geschmack haben sie den Vorteil, dass das Gebäck schön fluffig wird. Eine bekannte Alternative zum Braten ist Olivenöl, dabei sollten Sie aber beachten, dass Sie raffiniertes und kein kaltgepresstes Olivenöl nehmen. Letztes beginnt bereits ab 160 Grad zu qualmen und ist daher nicht zum Braten geeignet.