: Grillen – aber sicher!

Grillen macht Spaß – und Gegrilltes schmeckt köstlich. Doch jedes Jahr ereignen sich zahlreiche Grillunfälle mit teilweise erheblichen Verletzung. Dabei hätten sich diese meist leicht vermeiden lassen. Lesen Sie, wie Sie nichts „anbrennen“ lassen!

Egal ob in Gärten oder in Parks: Bei sommerlichen Temperaturen gehört gelegentlicher Grillgeruch einfach dazu. Denn Gegrilltes – ob Fleisch, Fisch oder Gemüse – schmeckt nicht nur gut. Grillen ist in den meisten Fällen auch ein soziales Event. Man verabredet sich zum Grillen mit Freunden, Verwandten, Nachbarn.

Leider kommt es beim Grillen aber auch immer wieder zu Unfällen. Experten schätzen, dass es allein in Deutschland jährlich mindestens 3.000 Grillunfälle gibt – mit teilweise erheblichen Verletzungen, zum Beispiel Verbrennungen im Gesicht. Genaue Zahlen liegen jedoch nicht vor, da solche Unfälle nicht zentral erfasst werden. Die schwerwiegendsten Unfälle ereignen sich meist beim Entfachen der Glut. Denn vor allem, wenn Kohle nicht so zum Glühen kommt, wie es eigentlich notwendig ist, verlieren Menschen immer wieder die Geduld – und machen verhängnisvolle Fehler.

Mit den folgenden Tricks und Tipps können Sie Risiken minimieren, so dass einem gefahrlosen Grillvergnügen nichts im Wege stehen sollte:

  • Trockene Kohle
    Egal ob Holzkohle oder Grillbriketts: Eigentlich handelt es sich hierbei um hervorragende feste Brennstoffe, die sich vergleichsweise leicht zum Glühen bringen lassen. Ist die Kohle jedoch mit etwas Feuchtigkeit durchsetzt, funktioniert das Entzünden längst nicht so gut. Das kann passieren, wenn man die Kohle vorab in einem feuchten Keller oder bei feuchter Wetterlage im Gartenschuppen gelagert hat. Wenn Sie sich über die Qualität der Lagerbedingungen nicht sicher sind: Stellen Sie den Kohlesack ein paar Stunden vorab auf einer trockenen Unterlage in die Sonne.

  • Grillanzünder: fest statt flüssig
    Bevorzugen Sie feste Grillanzünder – auch wenn mit diesen das Entfachen der Glut etwas schwieriger ist. Zwar sind Unfälle bei korrekter Handhabung von flüssigen Grillanzündern unwahrscheinlich, dafür bilden sich beim Verbrennen mitunter giftige Dämpfe.

  • Kein Spiritus, kein Benzin
    Manche brennbaren Flüssigkeiten verdampfen besonders leicht – und dazu zählen insbesondere Spiritus und Benzin. Hier bildet sich bei warmen Temperaturen sehr schnell unbemerkt ein gefährliches Gas-Luft-Gemisch, das explosionsartig verbrennt, sobald eine Zündquelle in der Nähe ist. Diese Gaswolke brennt zwar meist nur sehr kurz, dabei aber sehr heftig – und kann leicht Hände, Arme, Oberkörper und Gesicht erreichen. Wenn Sie also beobachten, dass irgend jemand mit diesen Flüssigkeiten am Grill hantiert, sollten Sie die Person sofort auffordern, dies zu unterlassen. Gehen Sie in jedem Fall auf Distanz und warnen Sie umherstehende Personen! Es handelt sich um groben Leichtsinn, den man nicht tolerieren darf.

  • Richtiger Aufbau
    Holzkohle und Briketts beginnen schnell und gleichmäßig zu glühen, wenn Flammen an ihnen entlangzüngeln. Feste Grillanzünder müssen sich daher immer unter dem eigentlichen Brennstoff befinden. Am einfachsten gelingt dies, wenn Sie die Kohle pyramidenförmig aufschichten und die Grillanzünder in der Mitte unten platzieren.

  • Wenn die Glut trotzdem nicht in Gang kommt
    Jedes Feuer braucht Sauerstoff. Sie können die Entwicklung der Glut daher mit Luftzufuhr unterstützen. Ideal ist ein Blasebalg. Wenn solch ein Gerät nicht greifbar ist, können Sie auch ein Stück Pappe zum Zufächeln verwenden. Pusten ist jedoch die schlechteste Alternative. Denn dazu müssen Sie tief einatmen, so dass gesundheitsschädliche Verbrennungsgase tief in Ihre Lungen gelangen können.In keinem Fall dürfen Sie in ein brennendes Feuer flüssigen Grillanzünder spritzen oder kippen – auch wenn Flamme oder Glut noch so klein sind. Denn dabei kann sich immer der Sprühstrahl entzünden, bis hin zur ganzen Flasche!
  • Sicherer Stand
    Wichtig ist natürlich auch, dass der Grill nicht aus Versehen umkippen kann. Denn fällt die heiße Glut auf Beine oder Füße, genügt schon ein kurzer Kontakt, um schwere Verbrennungen zu verursachen. Achten Sie also darauf, dass der Grill immer sicher und stabil steht.

  • Grill ist kein Spielplatz
    Ein offenes Feuer zieht die meisten Kinder magisch an. Wenn sie sich vorsichtig dem Grill nähern und die Eltern alles im Blick haben, ist das in der Regel auch kein Problem. Allerdings müssen Sie immer deutlich machen, dass rund um den Grill keine plötzlichen ruckartigen Bewegungen erlaubt sind. Neben dem Grill darf niemals gespielt werden.

  • Risiko Alkohol
    Zu einem schönen Stück Fleisch vom Grill schmeckt natürlich auch ein Glas Bier oder Wein. Angetrunken am Grill zu stehen, ist jedoch keine gute Idee. Denn bekanntlich reduziert Alkohol nicht nur die Reaktionsfähigkeit, sondern enthemmt auch, so dass man leichtsinniger im Umgang mit dem Feuer wird. Wer selbst am Grill steht, sollte sich also zurückhalten, bis das gegarte Grillgut auf dem Teller ist.

Die Gefahren können Sie zum Teil natürlich auch minimieren, indem Sie einen Gasgrill verwenden. Allerdings ist eine Kohleglut bei sachgerechtem Umgang nicht gefährlicher als ein offenes Gasfeuer – und in jedem Fall sollte man entsprechende Sorgfalt walten lassen.

Nitrosamine verhindern

Brennt die Glut dann ordentlich, sollten Sie zudem darauf achten, dass keine Flüssigkeit vom Fleisch aufs Feuer tropfen kann. Denn dabei können sich krebserregende Nitrosamine bilden, die sich zum Teil auf dem Grillgut absetzen. Das lässt sich ganz einfach mit Grillschalen vermeiden, die die Flüssigkeit auffangen. Diese Schalen gibt es mittlerweile auch aus Edelstahl, so dass man sie problemlos in der Spülmaschine reinigen und erneut verwenden kann