: Lebensmittelvergiftungen vermeiden

Gerade im Sommer häufen sich Lebensmittelvergiftungen. Doch mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen lassen sich diese in den meisten Fällen zuverlässig verhindern. Lesen Sie, worauf Sie bei sommerlichen Temperaturen achten sollten.

Übelkeit, Bauchkrämpfe, Durchfall oder Erbrechen – und gelegentlich auch Fieber. Eine Lebensmittelvergiftung macht sich meist sehr unangenehm bemerkbar. Doch es ist wichtig, dass verdorbene Speisen so schnell wie möglich wieder den Weg aus dem Körper heraus finden. Die typischen unangenehmen Symptome sind notwendig zur Selbstregulierung der Verdauung.

Generell gibt es unterschiedliche Ursachen für eine Lebensmittelvergiftung: Zum einen ist es möglich, dass bestimmte Mikroorganismen die Speisen so verändert haben, dass sich Giftstoffe gebildet haben. Das geschieht zum Beispiel, wenn sich Schimmel auf dem Brot oder im Joghurt ausbreitet. Schädliche Schimmelsporen geben Stoffwechselprodukte ab, die für uns Menschen giftig sind. Magen und Darm rebellieren wegen dieser Giftstoffe – und reinigen sich so selbst.

Zum anderen kommt es vor, dass sich in den Lebensmitteln bestimmte Bakterien befinden, die sich im Verdauungstrakt vermehren – und dort Beschwerden auslösen. Zwar tötet die Magensäure die meisten dieser Erreger ab. Befindet sich jedoch eine kritische Menge Erreger in der Nahrung, kann diese Barriere überschritten werden. Die Bakterien finden dann im Darm günstige Bedingungen vor, um sich auszubreiten. Diese Mikroben geben möglicherweise nicht nur giftige Stoffwechselprodukte ab, sondern können auch die Darmflora insgesamt durcheinander bringen. Es kann somit zu erheblichen Symptomen kommen. Ein Beispiel hierfür ist eine Infektion mit Salmonellen.

Doch egal ob die schädlichen Mikroben schon in den Lebensmitteln oder erst im Darm ihre Giftstoffe produzieren, beides lässt sich mit den folgenden Maßnahmen weitgehend verhindern:

Empfindliche Lebensmittel nie ungekühlt lagern

Dass Joghurt, Milch und Wurst in den Kühlschrank gehören, ist wohl jedem klar. Doch immer wieder bleiben Essensreste im Topf auf dem Herd stehen – für ein paar Stunden oder sogar über Nacht. Gerade im Hochsommer kann das jedoch schwerwiegende Folgen haben. Denn egal ob Nudelsuppe, Gemüsepfanne oder Hackfleischsoße: Ungekühlt können sich darin krankmachende Bakterien ausbreiten – und Giftstoffe absondern.

Beim erneuten Erhitzen werden dann zwar die Bakterien abgetötet – nicht jedoch das Gift neutralisiert! Das ist letztlich auch der wahre Grund für die alte und unzutreffende Regel, man solle keine Pilz- und Spinatgerichte wieder aufwärmen. Nicht das erneute Erhitzen an sich ist das Problem, sondern eine möglicherweise nicht ausreichende Kühlung im Vorfeld! Wer Reste eines Spinat- oder Pilzgerichts sofort kalt stellt, kann diese am nächsten Tag gefahrlos erneut erwärmen und genießen.

Kühlkette einhalten

Nicht nur in den eigenen vier Wänden, auch schon beim Transport der Lebensmittel vom Geschäft nach Hause muss die Kühlung stimmen. Für den Lebensmittelhandel gelten strenge Vorschriften für die Einhaltung der so genannten Kühlkette. Doch beim Verlassen des Supermarktes mit dem Einkaufskorb endet diese in der Regel zwangsläufig – denn wer geht schon mit einem Kühltransporter einkaufen?

Umso wichtiger ist es, verderbliche Lebensmittel auf dem schnellsten Weg nach Hause zu bringen. Achten Sie beim Transport darauf, dass empfindliche Speisen möglichst nicht der Sonne ausgesetzt sind.

Ausreichendes Durchgaren sensibler Lebensmittel

Damit gefährliche Krankheitserreger möglichst gar nicht in den Magen-Darm-Trakt gelingen können, ist es wichtig, sensible Lebensmittel ausreichend zu erhitzen. Dazu zählen – insbesondere im Sommer – Eier, Fisch und Fleisch.

Besondere Vorsicht bei Kindern

Nach Angaben des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) betrifft etwa die Hälfte der lebensmittelbedingten Erkrankungen Kinder, insbesondere Kinder unter vier Jahren. Der Grund: Aufgrund ihres geringeren Körpergewichts ist eine geringere Anzahl von Keimen erforderlich, um eine Krankheit auszulösen. Außerdem produziert ihr Magen weniger Säure, die die Erreger unschädlich machen könnten, und das Immunsystem ist noch nicht ausgereift. Der BVKJ empfiehlt daher, Kindern im Hochsommer nur hartgekochte Eier zu essen zu geben – und auf rohes Fleisch, rohen Fisch und ungekochte Sprossen vollständig zu verzichten.

Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu entsprechenden Symptomen kommen, heißt es, das Risiko einer Dehydrierung im Blick zu behalten. Denn gerade im Hochsommer können Durchfall bzw. Erbrechen zu einem schnellen und erheblichen Flüssigkeitsverlust führen. Bei einer Lebensmittelvergiftung ist es daher wichtig, möglichst viel zu trinken, auch wenn das unter Umständen schwer fällt. Ideal sind neben Kräutertees auch Gemüsebrühen.

Normalerweise bessert sich eine Lebensmittelvergiftung bereits wieder nach ein bis zwei Tagen. Halten die Symptome jedoch länger an, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen.