: Gefahr durch Aluminium?

Egal, ob beim Leichtbau, in der Lebensmittelindustrie oder in der Kosmetik: Aluminium wird vielfach eingesetzt. Doch es gibt immer wieder Stimmen, die betonen, bestimmte Aluminiumverbindungen seien ein Risiko für den Organismus. Was ist dran?

Aluminium ist in der modernen Welt allgegenwärtig. Und zwar nicht nur dort, wo man es auf den ersten Blick erkennt: als wichtigen Werkstoff für den Leichtbau – insbesondere bei Fahrzeugen und Flugzeugen. Bestimmte Aluminiumverbindungen kommen in der Lebensmittelindustrie als Zusatzstoffe zum Einsatz: als so genannte Rieselhilfen, die das Zusammenklumpen verhindern, und in Lebensmittelfarben. Auch die Kosmetik setzt zum Teil auf Aluminium. Denn bei manchen Deodorants bzw. Antitranspirantien unterdrücken Aluminiumsalze die Schweißproduktion. 

Häufigstes Element der Erdkruste

Dabei findet sich Aluminium praktisch überall. Denn der Stoff ist das am dritthäufigsten in der Erdkruste vorkommende Element. Allerdings tritt das Metall dort nicht rein auf – so wie Gold und Silber. Es kommt nur in gebundener Form vor, also in molekularen Verbindungen mit anderen Elementen: Es handelt sich um so genannte Silikate, die unter anderem Bestandteil von Ton, Gneis und Granit sind.

Es erfordert sehr viel Energie, das gebundene Aluminium herauszulösen. Denn reines Aluminium ist sehr reaktionsfreudig – und bildet aus diesem Grund sofort bei Kontakt mit der Luft eine schützende Oxidschicht. Aus diesem Grund schimmern Werkstoffe aus Aluminium matt – und glänzen nicht wie Edelstahl oder gar Silber.

Tote Materie: ein Fremdkörper für den Organismus

Der sehr hohe Energieaufwand für die Gewinnung von Aluminium dürfte der Grund sein, weshalb die Substanz für die Entwicklung des Lebens während der Evolution keinerlei Rolle gespielt hat. Während etwa die Metalle Eisen, Magnesium, Cobalt, Mangan etc. im Organismus für diverse Stoffwechselvorgänge notwendig sind und daher als wichtige Mineralstoffe gelten, ist das bei Aluminium nicht der Fall. Der Körper kann mit der Substanz nichts anfangen, so dass er sie während der Verdauung möglichst gar nicht erst aufnimmt bzw. wieder über die Nieren ausscheidet, wenn sie doch in den Blutkreislauf gelangen.

Dennoch konnten einzelne Studien zeigen: Bei bestimmten Erkrankungen kommt es zu einer auffälligen Aluminium-Anreicherung im Körper. So haben Mediziner im Gehirn von Alzheimer-Patienten eine erhöhte Konzentration des Leichtmetalls entdeckt. Ähnliche Forschungsbefunde gibt es auch zum Brustdrüsengewebe von Brustkrebs-Patientinnen. Allerdings ist die aktuelle Forschungslage hierzu längst noch nicht eindeutig – und es gibt viele offene Fragen. So ist bislang nicht geklärt, ob die erhöhte Aluminium-Konzentration tatsächlich eine Ursache für die jeweilige Erkrankung ist. Denkbar wäre es auch, dass diese Konzentration eine Folge des Krankheitsprozesses ist – und damit nur ein Symptom.

Alufolie & Co.: Auf Nummer sicher gehen

Um hier Klarheit zu schaffen, ist noch weitere Forschung notwendig. Nichtsdestotrotz empfiehlt das Bundesinstitut für Risikoberatung (BfR), beim Umgang mit Aluminium auf Nummer Sicher zu gehen. Um mögliche Risiken durch eine zu hohe Aluminiumaufnahme des Körpers auszuschließen, rät das Institut, bei der Verwendung von Alufolie, Alu-Grillschalen und Alu-Geschirr auf Folgendes zu achten: Säuren und Salze sind in der Lage, einzelne Aluminiumpartikel herauszulösen, so dass diese in die Nahrung übergehen können. Alufolie sollte man daher nicht zum Einwickeln von sauren und salzigen Lebensmitteln verwenden. Dazu zählen u.a. aufgeschnittene Äpfel, Tomaten, Rhabarber oder auch Salzheringe. Solche Speisen sollte man zudem auch nicht in Töpfen aus Aluminium aufbewahren – sofern diese keine spezielle Beschichtung haben.

Bei der Verwendung von Grillschalen gilt: Diese verhindern das Abtropfen von Fett in die Glut – und damit die Entstehung von krebserregenden Stoffen. Aus Sicht des BfR handelt es sich bei letzterem um das größere Risiko, so dass es auch weiterhin zu entsprechenden Schalen rät. Allerdings empfiehlt das BfR, erst nach dem Grillen zu würzen und zu salzen, damit möglichst wenig Aluminium in die Nahrung übergehen kann.

Mittlerweile gibt es jedoch auch Grillschalen aus Edelstahl. Damit umgeht man nicht nur eine mögliche Aluminium-Aufnahme. Diese hochwertigen Schalen kann man auch problemlos in der Spülmaschine reinigen und somit erneut verwenden. Es entsteht weniger Müll entsteht – und neben der Umwelt entlastet das auch auf Dauer das Portemonnaie.

Deo – mit oder ohne Alu?

Als eher problematisch schätzt das BfR mittlerweile die Auluminium-Aufnahme durch so genannte Antitranspirantien ein: Aluminiumsalze haben die von der Kosmetikindustrie geschätzte Fähigkeit, den Schweißfluss deutlich zu reduzieren. Sie sind daher die Grundlage für Antitranspirantien, die u.a. vor Nässe unter den Achseln schützen sollen. Der Haken an der Sache: Aluminiumsalze können über die Haut in den Blutkreislauf übergehen – und zwar nach aktuellem Kenntnisstand in nicht unerheblicher Menge. Nach Ansicht des BfR ist es sogar möglich, dass bei einer einmaligen Verwendung von aluminiumhaltigen Antitranspirantien bereits die wöchentlich tolerierbare Aufnahmemenge von 1 Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht erreicht wird. Das BfR empfiehlt daher, Antitranspirantien auf keinen Fall unmittelbar nach der Rasur oder auf geschädigte Hautpartien aufzutragen, und gibt den allgemeinen Hinweis, dass auch Deodorants ohne Aluminium erhältlich sind.

Allerdings gilt auch bei diesem Aspekt: Die Forschungslage ist längst nicht klar. Wie hoch die Aluminium-Aufnahme über die Haut tatsächlich ist, muss noch im Detail untersucht werden.