: Schokolade - in Teilen gesund?

Immer wieder hört oder liest man, dass bestimmte Bestandteile der Schokolade gesundheitsförderlich sein sollen. Tatsächlich gibt es Sorten, die in dieser Hinsicht besser sind als andere – auch wenn Schokolade in keinem Fall als „Medizin“ taugt.

Schokolade gehört wohl zu den beliebtesten Süßigkeiten. Doch wer zuviel davon isst, riskiert negative gesundheitliche Folgen – von Karies bis hin zu Übergewicht. Nichtsdestotrotz hört man auch immer wieder positives über Schokolade. So sollen bestimmte Inhaltsstoffe das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko senken. Auch das Immunsystem soll profitieren. Und dass Schokolade glücklich macht sowie insbesondere über psychische Krisen wie Liebeskummer hinweg hilft, ist eine weit verbreitete Meinung. Doch kann das überhaupt stimmen? Und muss Schokolade als Süßigkeit nicht per se ungesund sein?

Teilweise gesunde Süßigkeit – ein Widerspruch?

Die Erklärung für diesen Widerspruch lautet: Schokolade hat im Wesentlichen drei Zutaten: Zucker, Fett und Kakao. Über die gesundheitlichen Aspekte von Zucker und Fett braucht man nicht viele Worte zu verlieren: Sie liefern geballte Kalorien – und nimmt man regelmäßig und auf Dauer zu viel davon auf, äußert sich das nicht nur in unattraktiven Fettpölsterchen, sondern auch in gesundheitlichen Folgeerscheinungen.

Anders der Kakao: Der Extrakt aus der Kakaobohne hat es nicht nur geschmacklich in sich, sondern auch mit Blick auf die biochemischen Inhaltsstoffe. In ihm stecken unter anderem die Substanzen Theobromin, die Serotonin-Vorstufe Tryptophan sowie das Flavonoid Epicatechin.

Anregend, stimmungsaufhellend – aber giftig für Tiere

Theobromin ist chemisch dem Koffein ähnlich – und hat ebenfalls eine anregende Wirkung. Dieser Effekt wird dabei als mild und dauerhaft empfunden. Anders als beim Koffein sind keine negativen Begleiterscheinungen bekannt – zum Beispiel Einschlafprobleme. Dies gilt jedoch nur für Menschen, weil unser Organismus die Substanz schnell und problemlos abbauen kann. Für Hunde, Katzen, Vögel und Pferde ist die Substanz giftig und kann sogar zum Tod führen. Aus diesem Grund darf man diesen Tieren niemals Schokolade geben. Besonders groß ist das Risiko bei Hunden: Ihr Geschmackssinn erkennt den Zuckeranteil und signalisiert, dass es sich um eine kalorienreiche Ration handelt. Es kann daher durchaus vorkommen, dass sich ein Hund über eine unachtsam liegen gelassene Tafel Schokolade hermacht.

Psychoaktive Substanzen

Dass Schokolade die Stimmung aufhellen kann, ist im Prinzip unbestritten. Dabei ist bis heute nicht geklärt, wie genau das funktioniert. Zwar stecken im Kakao auch Substanzen, die sich direkt in den Gehirnstoffwechsel einklinken und dabei eine psychoaktive Wirkung entfalten. Neben dem Theobromin zählt dabei insbesondere die Serotonin-Vorstufe Tryptophan dazu, die eine antidepressive Wirkung hat. Allerdings ist die im Kakao enthaltene Dosierung viel zu gering, als dass es hier einen direkten Zusammenhang geben könnte. Man vermutet daher, dass der stimmungsaufhellende Effekt der Schokolade sich vor allem durch ein Zusammenspiel des angenehmen Geschmackserlebnisses mit den in Spuren vorhandenen psychoaktiven Substanzen ergibt. Eine „Droge“ ist Schokolade jedenfalls nicht.

Antioxidative Wirkung

Der aus gesundheitlicher Sicht interessanteste Inhaltsstoff im Kakao ist jedoch das Flavonoid Epicatechin. Dieser Stoff hat eine stark antioxidiante Wirkung. Das bedeutet, dass die Substanz in der Lage ist, im Körper so genannte freie Radikale aus dem Verkehr zu ziehen, also Schadstoffe, die Körperzellen schädigen oder zerstören können. Generell schreibt man Antioxidiantien eine vorbeugende Wirkung gegen Krebs- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu.

Dazu passt auch, dass diverse Studien der Schokolade einen Schutzeffekt gegen Bluthochdruck, Schlaganfälle, einen zu hohen Cholesterin-Spiegel und Herzerkrankungen zuschreiben. Allerdings sind die Studien zum Teil umstritten – und es bedarf weiterer Forschungen, um mögliche gesundheitsförderliche Wirkungen der Kakao-Inhaltsstoffe zweifelsfrei zu beweisen.

Bitter ist besser

Auffällig ist jedoch: Ein erheblicher Teil dieser Studien konzentrierte sich auf Schokoladen mit sehr hohem Kakaoanteil. Die Vermutung, dass Schokolade auch gesundheitsförderliche Eigenschaften hat, gilt folglich vor allem für Zartbitterschokoladen. Letztlich ist das auch wenig überraschend. Denn wenn etwas gesund ist an der Schokolade, dann ist es der Kakaoanteil. Wer gerne Schokolade isst, sollte also gezielt zu Sorten mit hohem Kakaoanteil greifen.

Erfahrungsgemäß bringen diese Sorten noch einen weiteren Vorteil mit sich. Wegen des intensiveren Geschmacks gibt man sich meist mit weniger zufrieden. Die Bitterstoffe zügeln den Appetit. Das wiederum bewirkt, dass man weniger nascht und infolge dessen auch weniger Fett und Zucker zu sich nimmt.