: Wasser ist nicht gleich Wasser

Wasser ist für uns Menschen das wichtigste Lebensmittel. Und egal, ob Mineral- oder Leitungswasser: Die Versorgung damit ist in Deutschland ausgezeichnet. Dennoch lohnt es sich, sich einmal genauer mit dem kühlen Nass zu beschäftigen.

Ein erwachsener Mensch benötigt pro Tag – je nach Gewicht – etwa zwei bis drei Liter Wasser pro Tag. Bewegen wir uns viel oder kommen wir durch große Hitze ins Schwitzen, sind es entsprechend mehr. Wie bei allen Säugetieren besteht unser Organismus zu einem wesentlichen Teil aus Wasser. Bei Neugeborenen beträgt der Anteil rund 80 Prozent. Im Alter kann er auf etwa 50 Prozent sinken

Elementare Lebensgrundlage

Wasser ist die Grundlage für alle Körperflüssigkeiten, die den Organismus mit Nähr- und Mineralstoffen versorgen sowie Gift- und Stoffwechselprodukte abtransportieren. Außerdem reguliert Wasser die Körpertemperatur. Ein Absinken des Wasserspiegels im Körper ist daher bereits ab 20 Prozent lebensbedrohlich. Ohne Nahrung kann der gesunde Organismus mehrere Wochen überleben. Doch ohne Wasser tritt bereits nach wenigen Tagen der Tod durch Verdursten ein

Das benötigte Wasser nehmen wir über die Nahrung, vor allem aber durch das Trinken auf. Als Faustregel gilt: Erwachsene Menschen sollten täglich mindestens 1,5 Liter zu sich nehmen. Der beste Durstlöscher ist dabei einfaches Wasser. Anders als Säfte, Saftschorlen und die meisten Limonaden enthält es keine Kalorien.

Leitungs- oder Mineralwasser?

Besonders populär sind in Deutschland in Flaschen abgefüllte Mineralwässer. Dabei gibt es aus gesundheitlichen Gründen keinen Grund, das Leitungswasser zu verschmähen. Es ist das in Deutschland am stärksten kontrollierte Lebensmittel. Tatsächlich schneidet es bei unabhängigen Kontrollen – zum Beispiel von der Stiftung Warentest – in punkto Keimfreiheit oder möglichem Schadstoffgehalt regelmäßig nicht schlechter ab als das Flaschenwasser.

Zwar ist Mineralwasser genau so sicher wie Leitungswasser. Dennoch gibt es Gründe, die eher gegen die Variante in Flaschen sprechen: Zum einen ist der Energiebedarf für den Transport der Flaschen weitaus höher als in der Trinkwasserleitung, was schlecht für die Umwelt ist. Zum anderen kosten die abgefüllten Getränke ein Vielfaches dessen, was wir für das Wasser aus dem Hahn bezahlen müssen. Der Konsum von Mineralwasser macht somit vor allem aus geschmacklichen Gründen Sinn. Schließlich hat jede Quelle ihre eigene Charakteristik – und Kohlensäure sowie gelöste Mineralstoffe verleihen dem Getränk eine besondere Note.

Tafelwasser: teurer Trick

Was viele jedoch nicht wissen: Inzwischen finden sich in unseren Supermärkten immer mehr Varianten in Flaschen, die aus gar keiner besonderen Quelle stammen, sondern von einem x-beliebigen Wasserwerk. Dieses Wasser wird zwar besonders behandelt, darf aber nur als Tafelwasser bezeichnet werden. Damit es unabhängig vom Abfüllungsort immer gleich schmeckt, wird es meist zunächst komplett demineralisiert. Im zweiten Schritt werden bestimmte Mineralien und häufig Kohlensäure zugesetzt. Es handelt sich um nichts anderes als speziell aufbereitetes und besonders teuer verkauftes Leitungswasser.

Immer beliebter werden Filter aller Art zur Aufbereitung des Trinkwassers. Da die Qualität des Leitungswassers sehr hoch ist, ist ein möglicher gesundheitlicher Vorteil von gefiltertem Wasser jedoch eher fragwürdig. Allerdings machen diese Filter das Wasser zweifellos reiner – und zwar in dem Sinne, dass sie es von Kalk und anderen im Wasser gelösten Substanzen befreien. Das Wasser wird dadurch weicher – was sich in doppelter Hinsicht auswirkt: Wasserkocher und Kaffeemaschinen verkalken nicht mehr und sind dadurch praktisch wartungsfrei. Zudem ist der Geschmack häufig angenehmer – was nicht zuletzt bei der Zubereitung von Tees deutlich wird. Auch die sonst üblichen Teeränder, die sich in Kannen und Tassen absetzen, treten bei gefiltertem Wasser kaum noch auf.

Doch auch ohne Wasserfilter können Sie „Ihr“ Leitungswasser optimieren: Viele Wasserwerke empfehlen, das so genannte Stagnationswasser aus der Leitung zu spülen. Denn während die Versorgungsleitungen unter den Straßen kontinuierlich durchspült werden, bleibt das Wasser im Haus unmittelbar vor dem Hahn häufig über einen längeren Zeitraum stehen. Dann kann es durch die Rohre geschmacklich verfälscht werden. Lassen Sie also das Wasser so lange laufen, bis es einheitlich kalt aus der Leitung strömt. Dann kommt es frisch vom Wasserwerk.