Winterkräuter – frisch, gesund und lecker

Auch in der kalten Jahreszeit wachsen viele Kräuter problemlos auf dem Fenstersims. Andere sind sogar winterhart. Gerade jetzt können diese einen wichtigen Beitrag als Vitamin- und Frischelieferant liefern - und zahlreiche Gerichte verfeinern.

Frisches ist im Winter eher rar - oder muss von weither eingeflogen werden. Nicht so jedoch viele Kräuter: Winterfeste Sorten stehen in der kalten Jahreszeit erntefrisch im Garten oder auf dem Balkon bereit. Und frostempfindliche Kräuter gibt es längst in Züchtungen, die nicht nur im Gewächshaus hervorragend gedeihen, sondern auch am Küchenfenster.

Die folgenden im Winter leicht verfügbaren Kräuter peppen nicht nur zahlreiche Gerichte auf, sondern glänzen auch durch wertvolle, gesundheitsfördernde Substanzen:

Petersilie – geschmacksintensives Allround-Kraut

Zwar ist die Petersilie keine ausgesprochene Wintersorte. Sie stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und kommt daher mit kalten Wintern nicht besonders gut klar. Allerdings lässt sich die Pflanze auch problemlos im Topf ziehen - und ist wie kaum ein anderes Küchenkraut durchgängig auf Märkten und in Supermärkten verfügbar.

Petersilie ist ausgesprochen reich an Vitamin C. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich für die krause oder die glatte Sorte entscheidet. In der Naturheilkunde kommt Petersilie außerdem zur Linderung von Menstruations- sowie von Nieren- und Blasenbeschwerden zum Einsatz. Denn das in der Petersilie enthaltene ätherische Öl bewirkt eine kräftige Harnausscheidung.

Damit der intensive Geschmack der Petersilie erhalten bleibt, wird sie meist roh verwendet - insbesondere auch in der türkischen und arabischen Küche. Allerdings verleiht das Kraut auch jeder Gemüsebrühe einen intensiven Geschmack, wenn man sie von Anbeginn mit gart. Bei längerer Garzeit gehen jedoch gerade die wertvollen Vitamine verloren, so dass es sich lohnt, einen Teil immer roh zu verspeisen.

Kerbel – schnellwachsend und fein

Auch Kerbel enthält eine gute Portion an Vitamin C - und einen relativ hohen Anteil an Vitamin A. Hinzu kommen wertvolle Flavonoide, so genannte sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidative Eigenschaften haben und somit schädliche Substanzen auf molekularer Ebene im Organismus neutralisieren. Und auch die Mineralien Eisen, Magnesium und Zink stecken im Kerbel. In der Pflanzenheilkunde kommt das Kraut traditionell unter anderem bei Abszessen, Ekzemen, Gicht und unreiner Haut zum Einsatz.

Kerbel gehört zu den schnellwachsenden Pflanzen - und ist nach etwa zwei Monaten erntereif. Je nach Region kann man ihn daher auch noch im Oktober aussähen, um so mit dem ersten Frost frische Kräuter ernten zu können. Auch im Topf auf dem Fensterbrett gedeiht die Pflanze gut. Kerbel ist allerdings nur einjährig, maximal zweijährig, sät dafür jedoch stark aus. In jedem Fall macht es Sinn, üppig zu ernten - und ggf. häufiger neu auszusäen.

Kerbel ist für seinen würzig-feinen Geschmack bekannt - und spielt insbesondere in der französischen Küche eine wichtige Rolle. Aber auch in der so genannten "Frankfurter Grünen Sauce" zählt er zu den Grundbestandteilen. Mit Kerbel lassen sich insbesondere helle Fleisch- und Fischgerichte verfeinern, aber auch Omeletts, Saucen und Suppen. Und auch für schmackhafte Kräuterquarks bildet diese Pflanze die entscheidende Grundlage.

Salbei – heimlicher Star unter den Heilkräutern

Der Name Salbei leitet sich indirekt vom lateinischen "salvare", also heilen ab. Und dieser Name ist bei dem geschmacksintensiven Küchenkraut Programm: Die unterschiedlichen Salbei-Arten enthalten ätherische Öle, Gerbstoffe und ebenfalls Flavonoide. Insbesondere die Gerbstoffe entziehen Bakterien, die sich auf Schleimhäuten angesiedelt haben, die Lebensgrundlage. Sie haben einen entzündungshemmenden, schmerzstillenden Effekt und unterstützen die Wundheilung. Nicht zuletzt die ätherischen Öle helfen bei Halsschmerzen und Erkältungskrankheiten aller Art.

Salbei ist ein Sammelbegriff für zahlreiche Untergattungen, von denen auch einige winterhart sind. Wer diese im eigenen Garten anbaut, kann also auch während der kalten Jahreszeit auf Frisches zugreifen. Allerdings ist es sinnvoll, die Pflanzen vor allzu heftigem Frost durch Tannenzweige o.ä. zu schützen. Auch getrocknet ist Salbei wertvoll.

Viele werden Salbei vor allem als Tee kennen. Aber auch in der Küche lässt sich die Pflanze gut einsetzen. Wegen ihres intensiven Geschmacks harmoniert sie ideal mit deftigen Braten. In Großbritannien darf sie beispielsweise nicht in der Füllung des Truthahns fehlen. Roh sind die Blätter wegen ihrer groben, ledrigen Konsistenz allerdings nicht jedermanns Sache.

Thymian – robuste Gartenpflanze

Thymian zählt wohl zu den Kräutern, die die meisten Menschen aus dem Gewürzregal kennen: getrocknet und gerebelt. Dabei hat auch Thymian eine lange Tradition als Heilkraut. Verantwortlich sind die enthaltenen ätherischen Öle, die einen antibakteriellen und schleimlösenden Effekt haben. Thymian-Anwendungen helfen daher bei Erkältungskrankheiten - egal ob als Tee serviert oder als Badezusatz.

Thymian ist außerdem eine ausgesprochen robuste und anspruchslose Gartenpflanze, wenn sie einen sonnigen Standort erhält. Und obwohl die Pflanze ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, kommt sie mit unseren Wintern problemlos klar. Zwar ist die beste Erntezeit der Hochsommer. Aber einem üppig wachsenden Busch schadet es auch nicht, wenn man im Winter den ein oder anderen Zweig erntet.

Die feinen und geschmacksintensiven Blätter passen nicht nur zu mediterranen Fisch- und Fleischgerichten. Auch auf feinen Salaten macht sich Thymian gut.

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