: Der richtige Pausensnack

Was man als Pausensnack auswählt, das hat erheblichen Einfluss darauf, wie hoch die Leistungsfähigkeit im weiteren Verlauf des Arbeitstages ist. Wer sich richtig ernährt, bleibt länger fit und hellwach.

Es gibt wohl nur wenige Büros, in denen sie nicht stehen: Süßigkeiten-Box oder Schokoriegel-Automat. Und dabei ist deren Lage meist auch so gewählt, dass man zwangsläufig auf dem Weg zum Kaffeeautomaten oder zur Teeküche daran vorbeikommt. Die Versuchung ist also groß, in der Pause regelmäßig zu den kompakten Kalorien-Trägern zu greifen.

Stetiger Energie-Bedarf

Denn es steht zweifellos fest: Der Mensch – auch wenn er „nur“ am Schreibtisch sitzt – braucht zur Aufrechterhaltung der vollen Leistungsfähigkeit einen kontinuierlichen Nachschub an Energie. Das ermöglichen insbesondere Kohlenhydrate – und die stecken sowohl in Süßigkeiten, als auch im Vollkornbrot. Allerdings macht es einen erheblichen Unterschied, wie schnell die Verdauung dem Körper diese Energie zur Verfügung stellen kann. Bei Süßigkeiten und anderen Lebensmitteln mit hohem Zuckeranteil geschieht dies meist zu schnell. Dann hat man zwar einen kurzfristigen, hohen Energieschub, der jedoch schnell wieder abflaut. Die Energie „verpufft“ regelrecht. Besser ist es, wenn sich die Aufnahme langsam, aber dafür stetig vollzieht. Genau das ist bei Vollkornprodukten der Fall: Sie sind reich an langkettigen Kohlenhydraten, die nur allmählich aufgespaltet werden und so deutlich langsamer in den Blutkreislauf gelangen. Auch die im Vollkornmehl reichlich vorhandenen Ballaststoffe verlangsamen die Verdauung. Das bewirkt einerseits, dass der gesamte Körper – und damit auch das Gehirn – einen gemäßigten und vor allem konstanten Energieschub erhalten. Andererseits macht es Heißhungerattacken unwahrscheinlich.

Besondere Nervennahrung

Doch für eine hohe Gedächtnis- und Gehirnleistung kommt es nicht nur auf die Art der Kohlenhydrate an, die wir aufnehmen. Denn die Nervenzellen – aus denen unser Gehirn ja besteht – sind auf besondere Nahrungsbestandteile angewiesen, die der menschliche Körper nicht oder nur in begrenztem Umfang selbst herstellen kann. Dabei handelt es sich sowohl um spezielle Aminosäuren – also Eiweißbausteine – als auch bestimmte hochwertige Fettsäuren. Ein elementarer Baustein für die Membranen – also Hüllen – menschlicher Gehirnzellen ist die so genannte Docosahexaensäure (DHA). Es handelt sich dabei um eine besondere Variante der Omega-3-Fettsäuren, die sich vor allem in fettigen Fischen findet – also beispielsweise Lachs und Hering. Aber auch Leinsamen und Walnüsse enthalten die Substanz. Eine gewisse Menge an DHA kann der Körper sogar selbst herstellen – aber nur, wenn ein bestimmter Ausgangsstoff zur Verfügung steht: die so genannte Alpha-Linolensäure. Und die wiederum ist reichlich im Rapsöl vorhanden.

Bausteine fürs Gehirn

Bei den Aminosäuren wiederum gilt: Gerade unser Denkorgan ist auf einen kontinuierlichen Nachschub dieser Eiweißbausteine angewiesen. Eiweiße sind für die Neubildung und Verschaltung von Gehirnzellen unersetzlich – vor allem aber auch für den kontinuierlich ablaufenden Gehirnstoffwechsel. Aus so genannten essenziellen Aminosäuren werden Botenstoffe des Gehirns gebildet: die Neurotransmitter. Diese Neurotransmitter ermöglichen es, dass Informationen von einer Nervenzelle zur nächsten springen können. Fisch ist als Lieferant für diese Aminosäuren ebenfalls eine sehr gute Wahl, aber auch alle anderen tierischen und pflanzlichen Eiweiße – und dazu zählen neben Tofu und Linsen insbesondere auch Nüsse.

Mehr als nur ein Pausenbrot

Es ist daher zu kurz gegriffen, wenn man sich beim Pausensnack nur zwischen Schokoriegel einerseits und der – zweifellos gesünderen – Vollkornschnitte andererseits entscheidet. Vielmehr kommt es gerade beim Pausensnack darauf an, den Organismus – und damit das Gehirn – zusätzlich mit wichtigen Fett- und Aminosäuren zu versorgen. Besonders stark konzentriert sind diese Stoffe in Fischen. Daher ist auch eine Fischdose eine ideale Mahlzeit für Zwischendurch. Aber auch das klassische hartgekochte Ei ist eine gute Wahl für eine gezielte Proteinaufnahme.Hervorragend geeignet sind zudem Nüsse. Gerade das klassische Studentenfutter liefert eine gute Nährstoffkombination für die Kopfarbeit: In den Rosinen stecken Kohlenhydrate und in den verschiedenen Nüssen ein Mix aus wertvollen Fetten und Eiweißbausteinen.Und wenn Sie der eingangs erwähnten Süßigkeiten-Box nicht gänzlich entsagen können oder wollen, gilt: Schokolade und Riegel mit einem hohen Nussanteil enthalten zwar reichlich Zucker, aber eben auch wertvolle Substanzen fürs Gehirn.