: Tipps für schnelle Wetterumschwünge

In Deutschland ist es normal, dass wir uns alle paar Tage an veränderte Temperaturen gewöhnen müssen. Damit das Wohlbefinden darunter möglichst wenig leidet, empfiehlt sich ein spezielles Training - und die richtige Kleidung.

Instabile Wetterlagen sind in Deutschland Alltag: War es eben noch sommerlich warm, kann schon wenige Tage später eine Kaltfront für einen Temperatursturz sorgen. Selbst im Hochsommer gibt es immer wieder Wetterlagen, die ein ständiges Auf und Ab des Thermometers mit sich bringen.

Ständiger Wechsel ist Normalität

Auch andersherum gilt: Im Winter sind Wärmeeinbrüche mit zweistelligen Werten alles andere als eine Sensation. Zu den charakteristischen Eigenschaften des Klimas in Mitteleuropa zählt, dass das Wetter sehr wechselhaft ist. Und dieser ständige Wechsel von Wärme und Regen, von Kaltluft und trockenen Tagen hat durchaus seine positiven Eigenschaften - für die Vegetation und damit für die Landwirtschaft.

Für die meisten Menschen ist das Auf und Ab jedoch lästig - und kann die Gesundheit beeinträchtigen. Denn einerseits erfordert jeder Temperaturwechsel eine Anpassung des Kreislaufs und des Stoffwechsels. Andererseits birgt jeder Wetterumschwung ein erhöhtes Erkältungsrisiko.

Erkältung: nicht nur bei Kälte

Insbesondere plötzliche Kälteeinbrüche sorgen immer wieder für verschnupfte Nasen oder ein Kratzen im Hals. Denn fallen die Temperaturen unerwartet schnell und deutlich, kann es leicht passieren, dass wir zu leicht bekleidet sind. Die Folge: Um einen hohen Wärme- und Energieverlust zu verhindern, reduziert der Organismus die Durchblutung in der Peripherie. Kalte Füße und Hände sowie eine frostige Nase sind eindeutige Anzeichen dafür. Auch die Schleimhäute sind dann schlechter durchblutet. Folglich stehen dort weniger Körperabwehrzellen bereit, so dass Erkältungsviren vergleichsweise leichtes Spiel haben.

Doch auch große Hitze birgt ein spezielles Erkältungsrisiko: Um sich herunterzukühlen, muss der Körper schwitzen. Zugluft oder ein Wechsel in einen klimatisierten Raum kann dann bewirken, dass der Kühlungseffekt zu intensiv ist und der Körper ebenfalls die Durchblutung reduziert.

Achterbahn für den Kreislauf

Auch der Kreislauf muss sich jedes Mal auf veränderte Temperaturen neu einstellen. Denn um auf Kälte bzw. Hitze reagieren zu können, muss der Körper die Blutgefäße zusammenziehen oder weiten. Nur so lässt sich sicherstellen, dass im Kern, insbesondere in den Organen, immer die gleiche Temperatur herrscht, was für uns bzw. den Stoffwechsel lebenswichtig ist. Doch wenn sich Blutgefäße schnell zusammenziehen und weiten, ändert sich auch der Blutdruck. Beim Zusammenziehen der Adern und Venen steigt er vorübergehend. Wenn sie sich weiten fällt er ab. Letzteres kann zu Schwindel führen. Und in beiden Fällen sind Schlafstörungen möglich.

Allerdings gilt: Der Kreislauf eines gesunden und körperlich fitten Menschen steckt solch eine Achterbahnfahrt der Temperaturen problemlos weg. Für diejenigen, die aber ohnehin schon unter Herz-Kreislauf-Beschwerden leiden, kann das Auf und Ab eine deutliche zusätzliche Belastung bewirken.

Körper trainieren...

Auch beim Wetterumschwung gilt: Ist der Körper entsprechend trainiert, kommt er mit der zusätzlichen Belastung leichter zurecht. Ein Training kann beispielsweise aus Wechselduschen, Saunagängen und Kneipp-Bädern bestehen. Gerade letzteres, also das Durchschreiten von kaltem, lediglich knöcheltiefem Wasser, ist dabei eine schonende Möglichkeit, den Körper auf wechselnde Temperaturreize einzustellen. Denn dabei wird nur ein kleiner Teil des Organismus dem Kältereiz ausgesetzt. Und auch bei Wechselduschen hat man es selbst in der Hand, ob man den gesamten Körper oder nur einzelne Gliedmaße abwechselnd mit warmem und kaltem Wasser abspritzt. Selbstverständlich kräftigt aber auch jeder Aufenthalt an der frischen Luft die Anpassungsfähigkeit des Körpers.

... und Kleidung richtig wählen

Unabhängig davon ist es natürlich entscheidend, die Kleidung passend zu wählen. Wer einen Pullover zum Überstreifen zur Hand hat oder ein wärmendes Stück ablegen kann, passt sich schnell an. Bei instabiler Wetterlage empfiehlt sich daher das so genannte Zwiebelprinzip: mehrere Lagen Kleidung übereinander, die man der tatsächlichen Temperatur entsprechend überstreift und wieder auszieht.

Ganz wichtig: Denken Sie in jedem Fall an den Regenschutz. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob Sie sich für die Outdoor-Jacke oder den Regenschirm entscheiden. Hauptsache, sie werden von einem plötzlichen Schauer nicht kalt erwischt. Denn wer nassgeregnete Kleidung trägt, verliert durch die Verdunstung unmittelbar auf der Haut sehr viel Wärme. Auch bei sommerlichen Temperaturen kann das schnell zu einem Temperatursturz innerhalb des Körpers führen.